Die Gräfin Kosel im bezauberten Berge von Langen-Wolmsdorf

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Die Gräfin Kosel im bezauberten Berge von Langen-Wolmsdorf
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 1. S. 198
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Quelle: Google-USA* und Commons
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[198]
222) Die Gräfin Kosel im bezauberten Berge von Langen-Wolmsdorf.
K. Winter in der Constit. Ztg. 1853. Nr. 96.

Bei Langen-Wolmsdorf in der Nähe der Ruinen der alten Bergfestung Stolpen liegt ein Berg und in diesem ist eine Höhle, darin soll die Gräfin Kosel begraben sein, sie hat aber keine Ruhe im Grabe, sondern sie wandert bei Tag und Nacht herum und von den Thalern, die sie mit in ihr Grab genommen hat, giebt sie den Leuten, die ihr Stand halten.

Einmal hat ein Schäfer bei jenem Berge geweidet, dem ist plötzlich eine schöne Jungfrau erschienen, die ein kurzes weißes Kleid und um den Leib ein schwarzes Gürtelband trug. Die hat ihn gefragt, ob er ihr helfen wolle, und als er ja gesagt, hat sie sich nach dem Berge zu gewendet und ihm gewinkt, ihr zu folgen. Als er aber dort angelangt ist, da hat sich der Berg aufgethan, und es war ein Gang und eine weite Halle zu sehen, an deren Ende ein breiter Wassergraben war, über den aber keine Brücke führte. Da hat das Mädchen gesagt: „auf! springe hinüber“, der Schäfer hat aber geantwortet: „er ist zu breit“, und als ihn die Jungfrau abermals gebeten, hat er es zweimal vergeblich versucht, weil er schon alt und steif war. Da hat sich drüben über dem Graben ein großes Thor aufgethan, und der Schäfer hat in einem weiten Saale viele Männer mit langen weißen Bärten sitzen sehen, eine Stimme aber hat gerufen: „abermals umsonst! noch hundert Jahre!“ Darauf ist Alles verschwunden und der Schäfer hat sich erst nach Mitternacht wieder nach Hause finden können.