Die Hölle (Badisches Sagen-Buch)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Hölle
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 282–283
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons, Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[282]
Die Hölle.

Im Murgthal, zwischen Langenbrand und Gausbach, wo die Murg zwischen Felsen sich krümmt, ist die finstere Klinge; die Stuhläcker ziehen sich von da bis an die sogenannte[WS 1] Hölle. Das ist eine ungeheure Oeffnung, welche tief in den Berg hinein geht, und deren Ende und Beschaffenheit Niemand ergründet hat. Denn das Gewürm und Ungeziefer verwehrt den Eingang, und die bösen Geister treiben dort ihr Wesen und huschen aus und ein. Vor der Hölle stehen zwei mächtigen Felsen mit vielen zackigen Spitzen fast grad in die Höhe, die man nicht ersteigen kann; der eine ist ganz schwarz als wenn er angebrannt wäre. Es mag wohl einige und siebzig Jahre seyn, da war zu Forbach ein sehr braver Schulmeister, der aber an keine Geister glaubte. Da ging er einmal nach Gernsbach hinunter, um etwas einzukaufen, das gab er seiner Tochter mit, die er voraus heimgehen ließ, denn er wollte später zurückkehren. Da er noch mehr Geschäfte auf dem Wege besorgte, so hatte schon die Betglocke geläutet, als er von Weißenbach nach Langenbrand wollte. So kam er bis an den Langenbrander Berg, der auf die breite Wiese hinabführt, die sich an die Felsen vor der Hölle hinzieht. Da verließ ihn aber sein Schutzengel; er kam auf der Wiese aus dem Pfade, und es war ihm, als würd’ er schwebend in die Höhe gehoben und fortgebracht. So kam er durch Gebüsch und Berghänge, behielt aber seinen Stock und Hut; er wollte schreien und konnte nicht; er meinte manchmal zu sitzen, und rutschte wieder fort; aber wie schmerzlich es ihm auch war, so sah man nachher doch keine Verletzung an seinem Leibe. Zuletzt fand er sich auf einem spitzen Steine, wo er nicht sitzen konnte und die ganze Nacht stehen mußte. Am Morgen sah er zu seinem Schrecken, daß er auf dem hohen Felsen vor der Hölle stand und nicht mehr herab konnte. Da bat er Gott um Erlösung und sah Flößer auf der Murg herabkommen, denen er um Rettung zurief. Sie erstaunten ob diesem Wunder, holten Leitern herbei und brachten mit großer Mühe und Gefahr den Schulmeister glücklich [283] herab. Er wurde aber nachher gefährlich krank, doch nach seiner Genesung sprach er nicht mehr gegen die Geister.[1]

(Siehe Mone’s „Anzeiger etc.“ 1834.)

  1. Die Geschichte hat sich wirklich zugetragen, die Erklärung gehört der Sage.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: sogenaate