Die Teufelsmühle (Schreiber)

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Textdaten
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Autor: Alois Wilhelm Schreiber
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Titel: Die Teufelsmühle
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 283–284
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons und Google
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Die Teufelsmühle.

Einst hatte sich ein Müller, der sehr eigensinnig und heftiger Gemüthsart war, an der Murg eine Mühle gebaut; allein die Stelle war schlecht gewählt, das Wasser trat daselbst oft aus, und der Gang der Mühle wurde gehemmt. Dies verdroß den Müller gewaltig und als einst das Wasser von allen Seiten in seine Mühle eingedrungen war, rief er in vollem Grimm: „So wollt’ ich, daß mir der Teufel eine Mühle auf dem Steinberg erbaute, die nie weder zu viel noch zu wenig Wasser hätte!” Kaum war dies Wort aus seinem Munde, als auch schon der Teufel vor ihm stand und sich bereit erklärte, seinen Wunsch zu erfüllen, doch nur unter der Bedingung, daß er ihm seine Seele auf ewig verschreibe. Lange kämpfte der Müller mit sich selbst, bis er endlich einwilligte; doch mußte ihm der Teufel noch überdies vierzig sorgenlose Lebensjahre und den Bau einer fehlerfreien Mühle auf dem Steinberg zusichern, die aber in der ersten Nacht, noch vor dem Hahnenschrei, fertig seyn müsse. Der Teufel hielt Wort und holte nach Mitternacht den Müller ab, die neue Mühle in Augenschein zu nehmen. Der Müller fand Alles in Ordnung; das Gebäude war fest und zweckmäßig eingerichtet und ein starker Waldbach trieb ein oberschlächtiges Rad für sechs Gänge. Zuletzt bemerkte der Müller doch, daß noch ein unentbehrlicher Stein in dem Bau fehle. Er machte den Teufel darauf aufmerksam, der auch alsbald forteilte, den Stein herbei zu holen. Schon schwebte Satanas mit demselben in den Lüften, gerade über der Mühle, da fing der Hahn im nahen Dorfe Loffenau zu krähen an. Ergrimmt darüber, schleuderte der Böse den Quaderstein auf die Mühle herab, stürzte ihm nach und riß brüllend dieselbe auseinander, so daß nichts übrig blieb, als ein Haufe Trümmer, [284] die zum Theil jetzt noch den Steinberg bedecken, der davon den Namen „Teufelsmühle“ bekam. In der Nähe sieht man sieben Felsenkammern, rings umher groteske Felsenblöcke.

(Aus Al. Schreiber’s „Sagen aus den Rheingegenden etc. etc.“)

Etwa dreiviertel Stunden vom Dorfe Loffenau an der Murg erhebt sich einer der höchsten Berge der Umgegend, die „Teufelsmühle“ genannt, an dessen steilem Hange sich sieben Gewölbe befinden, wohin der „Neue Weg“ über den „Teuchelwald“ führt. Von den Gewölben stehen drei in einer Reihe, durch natürliche Pfeiler gestützt und verbunden, ebenso zwei andere über diesen, und die beiden übrigen seitwerts, so daß man nur mit Gefahr hingelangen kann. Diese Hallen scheinen durch Auswaschungen der Gebirgswasser entstanden zu seyn. Eine Viertelstunde weiter oben findet man die Teufelsmühle: ein Chaos von Sandsteinblöcken, deren einer mehrere Schuh tief wie mit einem Instrument eingesägt ist, welche Arbeit die Landleute für ein Werk den Teufels halten. Etwas weiter abwerts gelangt man an das Teufelsbett, einen großen, wahrscheinlich ebenfalls durch das Wasser ausgehölten Stein, den ein überhängender Block zu bedecken scheint.

(Vergl. „das Murgthal“ etc. von Jägerschmid. Nürnberg, 1800. S. 200.)