Die Hütte zu Ebersteinburg

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Textdaten
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Autor: Alois Wilhelm Schreiber
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Titel: Die Hütte zu Ebersteinburg
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aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 230
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Commons, Google
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Die Hütte zu Ebersteinburg.

In der Nähe der Burg Alt-Eberstein, des Stammsitzes der Grafen von Eberstein, stand in alter Zeit ein Nonnenkloster, welches wahrscheinlich gelegentlich der Belagerung dieser Burg zerstört wurde. An dieser Stelle sollen noch manchmal in heiteren Nächten weiße Gestalten sichtbar seyn und die Umwohner wollen noch bisweilen eine liebliche Musik dort vernehmen.

Ein armer Mann hatte auf dem Platze, wo das Kloster gestanden, sich ein kleines Haus erbaut und da er kein Geld besaß, den Maurer und Zimmermann zu bezahlen, Alles selbst gearbeitet, so daß das Häuslein bei seinem Entstehen schon baufällig war. Nach seinem Tode blieb seine Wittwe darin, eine fromme, fleißige Frau, die sich mühsam genug ernährte. Einst in einer stürmischen Nacht saß sie noch spät am Spinnrade und sang ein geistliches Lied. Da klopft’ es am Fensterlein und sie hörte dreimal ihren Namen rufen. In der Meinung, ein verirrter Wandersmann suche ein Obdach bei ihr, stand sie auf, bekreuzte sich und ging vor die Thüre. Da sie aber Niemanden davor erblickte, ging sie noch einige Schritte weiter auf dem Wege hin und rief: „Ist Jemand da, der ein Obdach sucht?“ In demselben Augenblicke wichen die schlechtgefügten Balken und Steine ihres Häuschens auseinander, und es stürzte krachend zusammen.

Die gute Frau dankte Gott inbrünstig, der sie durch jenes warnende Klopfen so wunderbar errettet, Menschenfreunde ließen ihre Hütte, und zwar auf dauerhafte Weise, wieder aufbauen und sie lebte noch lange darin.

(Siehe Al. Schreibers „Sagen aus den Rheingegenden etc.“)