Die Heimath (Altenbernd)

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Textdaten
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Autor: Ludwig Altenbernd
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Titel: Die Heimath
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aus: Das Hermanns-Denkmal und der Teutoburger Wald
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1875
Verlag: Meyer
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Erscheinungsort: Detmold
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Quelle: LLB Detmold, Commons
Kurzbeschreibung:
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Die Heimath.

Wie schön bist du, geliebtes Heimathland!
Natur hat dich geschmückt mit reicher Hand.
Die Bäume stehn von goldnen Früchten schwer,
Auf grünen Weiden grast der Rinder Heer,

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Des ems’gen Schnitters wartend und der Mahd

Im Sommerwinde wogt die goldne Saat,
Die Buche rauscht auf deinen Bergeshöhn –
Wie bist du, Heimathland, so lachend schön!

Auf deinen Halden schwärmt, des Sturms Genoß,

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Mit schnellem Huf das wilde Sennerroß,

Der sand’gen Steppe und des Waldes Kind,
So frei, so stolz, und flüchtig wie der Wind.
Und hoch vom Bergeshang im Abendstrahl
Blickt still der Hirsch hinab in’s Waldesthal,

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Das, zugedeckt von Bergesschatten tief,

Zur Ruhe schon die Waldgenossen rief.

Durch deine Buchenwälder kühl und grün
Hör’ ich geheimnißvoll die Sage ziehn;
Sie flüstert in den Wipfeln, schlingt sich grau

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Um des Cheruskerfürsten Denkmalsbau,

Leis summend aus den Tagen seines Ruhms
Die Wiegenlieder deutschen Heldenthums;
Von Ahnen spricht sie, wie die Eichen fest,
Von alter Treue, die nicht wankt und läßt.

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Von deiner Berge wald’gen Kuppen blickt

Des Wandrers Aug’ bezaubert und entzückt;
Ein reicher Garten rings, wohin er schaut,
Vom lichten Sommerhimmel überblaut;
Auf sonn’gen Höhn, in stiller Thäler Hut,

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Umschlängelt von der Bäche Silberflut,

Blickt Dorf an Dorf, und durch Gebirg und Thal
Zieht ihrer Sonntagsglocken Widerhall.

Ein lieblich Kind, mit Jugendreiz geschmückt,
Aus dessen Aug’ der blaue Himmel blickt;

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Dem unbewußt des jungen Lenzes Pracht

Von heitrer Stirn und Mund und Wange lacht;
Das, goldnen Flittertand begehrend nicht,
Sich Wiesenblumen in die Locken flicht:
So – einfach schön im Schmucke der Natur –

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So stehst du vor mir, traute Heimathflur.


 L. Altenbernd.

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Menke - Detmold.jpg

Ansicht von Detmold.