Die Kindesmörderin (Erk, Variante 4)

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Titel: Die Kindesmörderin
Untertitel:
aus: Deutscher Liederhort,
S. 142–143
Herausgeber: Ludwig Erk
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1856
Verlag: Th. Chr. Fr. Enslin
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Google und Wikimedia Commons
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Deutscher Liederhort (Erk) 142.jpg
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[142]
41a. Die Kindesmörderin.


Sehr mäßig. Mehrfach mündlich, aus Schlesien. (Winzig, Oppeln etc.)
Noten


1.
Es wollt ein Hirtlein treiben aus, :|:

er trieb wol in den Wald hinaus. :|:

2.
Und wie er kam in Wald hinein,

hört er ein kleines Kindlein schrein.

3.
„Ich hör dich wol, ich seh dich nicht,

ich hör, daß du ein Kindlein bist.“

4.
‚‚‚Ich bin im hohlen Baum versteckt,

mit Dorn und Disteln zugedeckt.

5.
‚‚‚Ach Hirtlein, liebes Hirtlein mein,

ach nimm mich mit ins Dorf hinein!

6.
‚‚‚Nimm du mich mit ins Hochzeitshaus,

wo meine Mutter ist die Braut.‘‘‘

7.
Und wie das Kind zur Thür nein kam,

da fieng es bald zu reden an:

8.
‚‚‚Grüß Gott, grüß Gott, ihr Hochzeitsgäst!

meine Mutter sitzt dort im Winkel fest.‘‘‘

9.
„„Wie könnt ich deine Mutter sein?

ich trage von Raut ein Kränzelein.““

10.
‚‚‚Trägst du von Raut ein Kränzelein,

du hast geborn drei Knäbelein.

11.
‚‚‚Das eine hast du in Mist vergrabn,

das andre in die See getragn;

12.
‚‚‚Mich hast du in hohlen Baum gesteckt,

mit Dorn und Disteln zugedeckt.‘‘‘

13.
„„Ja, wenn dies in der Wahrheit wär, :|:

so wollt ich, daß der Satan käm
und mir das grüne Kränzlein nähm!““

14.
Das Wort war kaum aus ihrem Mund,

der Satan in der Thüre stund;

15.
Er bat gar bald die Braut sich aus,

er flog mit ihr zum Fenster hinaus;

16.
Er faßt sie bei der linken Hand

und führt sie in den höllischen Tanz. –

17.
„Behüt euch Gott, ihr Hochzeitsgäst,

und haltet eure Kinder fest!“

1. Es trieb ein Hirtlein oben naus, er trieb bis in den Wald hinaus. – 2. Und wie er in den Wald naus kam, da fieng ein Kind zu schreien an. – 2, 2. da hört er eine Stimme schrein. – 5. Ach nimm mich mit ins Dorf hinein! meine Mutter wird heut ein Bräutlein sein – mein Mutter ist heut ein Bräuteleln. – 8, 1. Guten Tag, guten Tag, ihr Hochzeitsgäst! – Gott grüß euch, Gott, ihr Hochzeitsgäst! – 9, 2. ich trag ein grünes (ein grun grün) Kränzelein. – 10. Du kannst schon meine Mutter sein etc. – Unter deinem grun grün Kränzelein hast du geborn drei Söhnelein. – 11. Das eine hast du in Mist versenkt, das andre in der See ertränkt – das andre in das Meer (in Born) getragn. – [143] 12. Mich hast du in ein hohle Weide gesteckt, mit Birkenrinde zugedeckt. – 13. Und wenn dies Wort wahrhaftig wär, so wollt ich, daß der Böse käm und mir den Rautenkranz wegnähm! – 14. Sie hatte das Wort kaum ausgeredt, da kam der Böse und holt sie weg. – Und als die Braut das Wort aussprach, so kam der Teufel und holt sie ab. – 15. Er flog mit ihr zum Fenster naus in einen großen Dornenstrauch. – 16. Er flog bis auf die steinern Brück, zerriß sie dort in tausend Stück. – 17. Gute Nacht, gute Nacht ihr Hochzeitsgäst! ich bitt, seid euern Kindern fest!