Die Louise-Büchner-Stiftung

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Textdaten
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Autor: Unbekannt
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Titel: Die Louise-Büchner-Stiftung
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 3, S. 56
Herausgeber: Ernst Ziel
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1879
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[56] Die Louise-Büchner-Stiftung. Der letzte in Wiesbaden unter großer Theilnahme abgehaltene Congreß der deutschen Frauen-Vereine hat sich durch die einstimmige Annahme eines von dem Berliner Lette-Verein ausgegangenen Antrags auf Errichtung einer Louise-Büchner-Stiftung um das Wohl des weiblichen Geschlechts, namentlich der unteren Volksclassen, ein besonderes Verdienst erworben; diese Stiftung soll durch ihren Namen zugleich das Andenken an die leider zu früh dahingegangene Vicepräsidentin des „Alice-Vereins für Frauenbildung und -Erwerb“, Louise Büchner von Darmstadt, wach erhalten, welche bekanntlich mit seltener Energie und Ausdauer die letzten zehn Jahre ihres Lebens fast ausschließlich den Bestrebungen für Verbesserung des Looses ihres Geschlechts gewidmet hat. Die Berichterstatterin Fräulein Jenny Hirsch aus Berlin wählte als Grundlage für den zu stellenden Antrag einen der zweiunddreißig Aufsätze, welche vor Kurzem, aus dem Nachlasse der verstorbenen Louise Büchner gesammelt, unter dem Titel „Die Frau. Hinterlassene Aufsätze, Abhandlungen und Berichte zur Frauenfrage“ (Halle, Gesenius 1878) an die Oeffentlichkeit gebracht worden sind. In diesem, den Frauen-Verein für Gesundheitspflege in England besprechenden Aufsatze theilt die Verfasserin mit, welche großen Erfolge dieser Verein durch Verbreitung kleiner, populär geschriebener Schriften über Gesundheitspflege, Reinlichkeit, häusliche Oekonomie, Kindererziehung, bürgerliche Kochkunst etc., namentlich bei den Frauen der unteren Stände, erzielt habe.

Ein Hauptzweck der Louise-Büchner-Stiftung soll nun in verwandter Weise die Verbreitung ähnlicher billiger Volksschriften sein. Zwar habe man von anderer Seite, in Anerkennung der zeitgemäßen Wichtigkeit dieses Gedankens, bereits derartige Versuche gemacht, aber hier sei der schöne Zweck mit Hülfe buchhändlerischer Speculation angestrebt worden, während die Stiftung beabsichtige, ihre Publicationen anfangs unentgeltlich oder nur zu den allerbilligsten Preisen zu verbreiten, auch durch Aufgabe passender Themata zur Bearbeitung und durch Preisausschreiben zu wirken.

Nach der Annahme des Vorschlags durch die allgemeine Versammlung wurde in der Delegirtenversammlung der geschäftsführende Ausschuß des deutschen Frauen-Congresses, welcher augenblicklich durch den Berliner Lette-Verein repräsentirt wird, beauftragt, die weiteren Schritte zur Ausführung des schönen Unternehmens zu thun, und wird derselbe wohl in Kürze einen öffentlichen Aufruf an die Frauen und Jungfrauen Deutschlands zur Betheiligung an der Stiftung ergehen lassen. Möchte der Erfolg nicht fehlen, und möchten die deutschen Frauen begreifen, wie wichtig ihre vereinigte Thätigkeit in dem angedeuteten Sinne für die Hebung ihres eignen Geschlechts und das Wohl der Nation werden kann!