Die Nonnen zu Weißenstein

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Nonnen zu Weißenstein
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 402–403
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[402]
Die Nonnen zu Weißenstein.

Zu Weißenstein bei Pforzheim stand vor alter Zeit ein Nonnenkloster. Es ist aber längst verschwunden, und auf den Platz ist die Herrenscheuer gebaut worden, die auch nicht mehr steht. Die Klosterfrauen trugen weiße und schwarze Kleider und noch sieht man sie Nachts auf den Wiesen an der Nagold umgehen. Man sieht immer nur drei beisammen; im Ganzen sind es aber neune, die sonst aus der Herrenscheuer heraus und hinab ins Wiesenthal giengen. Wenn man sie nicht beleidigt, so thun sie Einem nichts; aber einmal ging ein Mann über die Brücke und rief ihnen zu, sie sollten ihn nach Dillstein begleiten, statt sonst spazieren zu gehen; da ward er von unsichtbaren Händen ins Wasser geworfen und an den Fingern und im Gesicht zerrissen. So kam auch einmal ein betrunkener Mann von Pforzheim an die Brücke, woselbst er seine Nothdurft verrichtete. [403] Der rief ihnen auch aus Uebermuth, sie sollten ihn reinigen, worauf sogleich eine Nonne mit einem Dornwisch erschien und ihn so übel zurichtete, daß er lange Zeit nicht ohne die größten Schmerzen sitzen konnte.

(Siehe Mone’s „Anzeiger etc.“ Jahrg. 1834.)