Hausgeist Blaserle

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Autor: August Nodnagel
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Titel: Hausgeist Blaserle
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 401–402
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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[401]
Hausgeist Blaserle.
(Metrische Version der vorstehenden Sage.)

Spaßt nur mit Geist, ich lobe das,
Doch ist mit Geistern nicht zu spaßen;
Leicht wird gefährlich solch ein Spaß,
Voraus bei denen, welche – blasen.

5
Zu Eisingen im Pfarrerhaus

War es vor Zeiten nicht geheuer:
Der Hausgeist blies die Lichter aus
Und facht’ zur Flamm’ ein Fünkchen Feuer.

Der Pfarrer sprach: „Gefällt es dir,

10
So dienstbar dich uns zu beweisen,

Nu, bleib in meinem Hause hier,
Fortan sollst Blaserle du heißen.“

Wie bald bereut’ er dieses Wort,
Wie mocht’ er nie den Geist mehr necken!

15
Der Kobold blies nun fort und fort

Den Pfarrer an, aus allen Ecken.

Wohl ward im Nu die Suppe kalt,
Der Alte sparte seinen Odem;
Doch blies der Geist auch mit Gewalt

20
Vom Kahlkopf die Perrück’ zu Bodem.
[402]

Als er den Schulzen einst getraut
Vor Schöffen, Vettern, Muhmen, Basen:
War, wie zum Hohn, der jungen Braut
Das Kränzlein flugs hinweg geblasen.

25
Wie oft der Schabernack geschah,

Ich weiß es wahrlich nicht zu sagen;
Die Zauberer kamen von fern und nah,
Das Blaserle hinweg zu jagen.

Es blies, es blies bei Tag und Nacht, –

30
Die Bauern wußten manches Späßchen, –

Bis sich der Pfarr in’s Haus gebracht
Die flinkste Maid, sein muntres Bäschen.

Die nahm’s mit allen Geistern auf,
Flog durch das Haus, treppauf, treppnieder –

35
Das Blaserle ward still hierauf

Und plagte nie den Pfarrer wieder.

A. Nodnagel.
(Vergl. Mone’s „Anzeiger“ 1834. (Bechstein) „Sagen,“ II. Bd. S. 100, erzählt, daß sich ein fleißiger Hausgeist vertreiben ließ, indem der Hausbesitzer ihm einen eigenthümlichen Ton nachäffte.)