Die Pfarrkirchen der Vorstädte

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Titel: Die Pfarrkirchen der Vorstädte
Untertitel:
aus: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten Seite 402–405
Herausgeber: Badischer Architekten- und Ingenieur-Verband
Auflage:
Entstehungsdatum: 1898
Erscheinungsdatum: Vorlage:none
Verlag: H. M. Poppen & Sohn
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Erscheinungsort: Freiburg
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Quelle: Scans auf Commons
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DIE PFARRKIRCHEN DER VORSTÄDTE.


Die alte Pfarrkirche in der Wiehre weist keine besonders bemerkenswerthen architectonischen Einzelheiten auf. Sie besteht aus einem einfachen Langhause mit drei Fensterachsen, kurzem, in drei Seiten des Achteckes geschlossenem Chor und aus einem bescheidenen Thurme mit nach Westen gerichteter Front. Die Deckenflächen des Langhauses und des Chores sind glatt und nur durch Cartouchen und andere Stuckverzierungen in Rococo belebt. Die Mitte der Langhausdecke enthält einen Rahmen, jedoch ohne Gemälde. Ueber dem Chorbogen befinden sich, von Cartouchen umrahmt, die erhaben ausgeführten Wappen Oesterreichs und der Stadt.

Die Ausmessungen des Gebäudes sind so gering, dass es insgesammt kaum 200 Kirchgänger fasst. Ueber dem Portal ist eine Tafel angebracht, deren Inschrift besagt, dass die Kirche im Jahre 1744 durch den grossen Krieg zum dritten Male zu Grunde gerichtet und im Jahre 1753 zur Ehre Gottes und der Heiligen Cyriakus und Perpetua wieder aufgebaut worden ist. In Sandstein gehauene Figuren zweier Heiligen stehen in Nischen zu beiden Seiten des Portals.

Die Pfarrkirche in Herdern wurde im Jahre 1841 erbaut. Sie zeigt in ihrer äusseren Erscheinung höchst einfache Formen; ansprechender ist das dreischiffige Innere.

Die neue katholische St. Johanneskirche auf dem Schillerplatz in der Wiehre ist nach den Plänen des Oberbaudirectors Dr. J. Durm in Karlsruhe und unter dessen Leitung erbaut. Sie wurde im März 1894 begonnen und soll im October 1899 eingeweiht werden.

[403] Sie bildet eine dreischiffige Basilika mit Querschiff, im Halbkreis geschlossenem Chor nach Westen, einem im halben Achteck gestalteten Vorbau mit zwei Seitenthürmen gegen Osten und mit Emporen über den Seitenschiffen, welche von den Thürmen aus zugänglich sind.


Alte katholische Kirche in der Wiehre.

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Zu beiden Seiten des Chores ist einerseits die Sakristei, andererseits die Paramentenkammer angebaut. Ueber der Vierung erhebt sich ein Dachreiter.

Die Architecturtheile sind in rothem Mainthal-Sandstein, die Blendflächen mit Schichtensteinen aus Tennenbach und Heimbach ausgeführt. [404] Die Bedachungen sind mit Moselschiefer eingedeckt. Die Kirche ist durchweg gewölbt und auf etwa 900 Sitzplätze berechnet. Die Erwärmung soll durch eine Centralluftheizung erfolgen.

Der Bau, der in den Formen des Uebergangsstils gehalten ist, macht namentlich im Innern einen stattlichen Eindruck.


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Die evangelische Christus-Kirche.


Die Baukosten sind im Rohbau veranschlagt zu 715,000 Mk. Die Stadtgemeinde stellte den Bauplatz. Die katholische Gesammtkirchengemeinde hat sich zur Herstellung der Frontalthürme verpflichtet und leistet im Uebrigen die Hand- und Spanndienste in der Schätzungshöhe von 10%. Das Domänenärar kommt für die weiteren Kosten auf.

Die evangelische Christus-Kirche in der Wiehre wurde nach den Plänen des Baurathes Diemer in Karlsruhe erbaut und 1890 [405] vollendet. Die Baukosten betrugen 170,000 Mk., und zwar berechnet sich das Langhaus bei einem Rauminhalt von 7128 cbm auf 18 Mk., der Thurm bei 1656 cbm auf 25 Mk. für den Cubikmeter. Der Aufwand für Orgel, Glocken und Uhr betrug 17,000 Mk.; mithin die Gesammtkosten 187,000 Mk. Die Zahl der Sitzplätze beträgt 1080. Die gesammten Baukosten wurden von der evangelischen Gemeinde durch freiwillige Beträge aufgebracht.

Die Kirche ist ein Centralbau mit Chorumgang auf der Empore; darunter befindet sich die Sakristei, welche verschiedenen Zwecken dient. Ausgezeichnet ist der Bau durch seine sehr gute Akustik.


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Grundriss der evangelischen Christus-Kirche.