Die Riesenkeule

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Textdaten
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Autor: Heinrich Gottlob Gräve
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Titel: Die Riesenkeule
Untertitel:
aus: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz, S. 172–173
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: F. A. Reichel
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Erscheinungsort: Bautzen
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Quelle: MDZ München, Commons
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[172]
LXXVI. Die Riesenkeule.

Ueber Heydersdorf und Linde ost-südwärts liegt ein auf dem Gipfel überaus spitzer Steinfels, welchen man über drei Meilen von der Görlitzer Heerstraße gewahrt und der insgemein nur der Spitzberg genannt wird. [173] Unterrichtete, mit den Sagen der Vorzeit vertraute Leute nennen ihn die Riesenkeule, seine Entstehung folgendermaßen angebend.

Lebte in der Vorzeit daselbst ein gewaltiger Riese, der Wanderer Furcht und Schrecken in dieser Gegend, welcher gleich dem Damastes eine mächtige Keule trug, womit er die in seine Hände gefallenen Schlachtopfer, nachdem er sie beraubt, tödtete.

Einstmals trug es sich zu, daß ein frommer, gottergebener Pilger, kommend vom heiligen Grabe, sein mit Reliquien gefülltes Kästchen auf dem Rücken tragend, diese Straße zog und von dem im Versteck liegenden Räuber, der in dem Kästchen werthvolle, für ein Kloster bestimmte Sachen wähnte, niedergeworfen und beraubt wurde. Vergeblich versicherte der Arme, wie es nichts weniger als Kostbarkeiten, sondern für ihn, als einen Heiden, werthlose Gegenstände enthielte, die nur denjenigen, die daran Glauben hätten, nützten.

Der Riese lachte, fragte: „Ob er daran glaube?“ und als er dieses bejahte, schwang Ersterer seine Keule, um ihm den Todesstreich zu versetzen.

Allein die Erde öffnete sich, verschlang den Raubmörder und ließ nur als warnendes Beispiel diese versteinerte Keule – gleich wie die Salzsäule von Vater Loth’s Ehehälfte – für die Nachwelt zurück, welche in der Nacht, wo die Uebelthat verübt werden sollte, gleich einer vom Sturm bewegten Tanne, auch ohne den geringsten Luftzug hin und her schaukelt.