Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):004

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III verso:

Vom werck des dritten tags

Amm dritten tag hat got die wasser vnder dem firmament an eine enige stat versamelt. vnd eß erschyne die trueckne. vnd got hieß die trueckne erden. aber die versamlung der wasser nennet er die meer. vnd got sahe das es guot was vnd sprach. Die erd sol geperen ein[1] grunends vnd samenmachends krawt vnd ein frucht bringends apfelpawmholtz nach seinem geschlecht. Nach dem firmament vermanet er vns von der gentzigkeit. geleger vnd ordnung der element kuertzlich durch versamlung der wasser an ein stat vnd durch die zile den meer fuergesteckt das es die erden nit vberfiele. so nw kuenftig was das die etwan vnsychtlich erde vnder das gesycht komen solt. so was auch not das die wasser die vnder dem himel das ist vnder der miteln gegent des lufts sind an ein stat. das ist an ein gemaine vermischliche zusammenflueßung mit ordnungen vnd gestadten verwaret. versamelt werden solten. vnd also ist das: nit war das nyndert an enichen abgesuenderten vnd befloßnen enden wassere gefunden werden. dann das iuedisch meer wirt von den hircanischen meer. das hircanisch von dem adriatischen. das adriatisch von dem eurinischen meer. vnd dannoch sunst vnzelich fluoß der wasser. prunnen vnd see. durch verre von einander entlegne oerter geschiden. Aber darumb werden die wasser an ein ainige stat versamelt genant. dann die sundern vnd getailten versamlung der wasser des meres. oder der fluoß werden alle (als salomon spricht) sich zu den vrspruenglichen meer senckende in ein stat des meers versamelt. wenn aber die erde mit den guessen vberswelt wirt so ist sie vns weder nuetz noh sychtlich. sunder alßdenn vnßerm vnd des viehs geprauch fuegsam vnd fruchtbar so sie von meer weichende mer vnd mer vns zugesicht kombt. diss wirt hie gar offenperlich von moyse angezaigt. so er sie (als pald sie erscheint) ein gepererein der krewter vnd des lawbgewachs vnd der pawmen machet. so fueret er nach versamlung der wasser die erden herfuer als gruon vnd pluoende. aber er hat sie in dem mittel der werlt als ein centrum gesetzt vnd mit adern der metall. als mit gold. silber ertz. kupffer. zin. pley vnd eysen begabet. vnd mit allen geschlechten der krewter hohluostperlech in gruoner zeitigkeit als pald bekleidet. vnd die krewter haben samen. vnd die pawmen fast suesse frucht gepracht. Sie sagen auch das got an disem tag das paradeis. das ist den aller fruchtparsten vnd wunsamsten garten an allerlay geschlecht des holtz vnd der pawmen gemacht. vnd den mit aller wunsamkeit, der prunnen. der gruonenden erden vnd reichlich fruchttragender hoeltzer besetzet hab.


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IIII recto:

Blat IIII

Vom werrck des vierden tags

Amm vierden tag sprach got. Es sollen liechter in den firmament des himels werden vnd den tag vnd die nacht teilen. vnd zu zaichen. vnd zeiten vnd tagen vnd iaren sein. das sie scheinen in den firmament des himels vnd erlewchten die erden. vnd es ist also geschehen. vnd got hat gemacht zway grosse liecht. ein groessers liecht vorzesen den tag. vnd ein kleiners liecht vorzesein der naht. vnd die stern zetailen das liecht. vnd die finsternuß. Moyses gedenckt erstlich der himlischen ding die got gesetzt hat in den firmament zescheinen an den himel. vnd zeerlewchten die erden. als die sunnen. den mond vnd die stern. mit den der oberteil der werlt geziert wirdt. wie die erde mit den dingen die in ir werden. dann nach den er von der natur des firmaments geredt het. so gespuert ime nachuolgend von den wercken des gestirns vnd von irem ampt zesagen mit erklerung. zu welcherlay vbung vnd geprauch sie gestifft vnd zu was wuerkung sie von got gesand seyn. Der himlischem leiplichen ding sind zwu offenbar wurckung in die werlt. nemlich die bewegnus vnd die erlewchtung. So sind der bewegnus zwu. Eine der gantzen werlt do mit der himel vnd die spera des lufts vnd feuers in. xxiiÿ. stunden durch den gantzen krais der werlt mit volkonnem vmblawff bewegt werden. Die ander bewegnus ist des gestirns. vnd ist aigen. vilfeltig vnd mancherlay. vnder den selben ist die bewegnus der sunnen die fuernamst. dann die sunn vmblawfft in xÿ. monaten den zirckel aller zaichen. die sunn macht den tag. so macht der lawff der sunnen durch den selben zirckel ein iar. Die andern bewegnussen des gestirns werden in mancherlay zwischenfallender zeit verbracht. Daruemb garschickerlich hat vns moyses kuertzlich diser ding aller vermanet sprechende. das die gestirn in dem firmament gesetzt sein zu tagen. iaren vnd zeitten. dar zu hat er auch gar lawter angezaigt die andern wurckung der gestirne. die ist die erlewchtung. so er sagt das die gesetzt seyen zescheinen amm hymel vnd zeerlewchten die erden. daruemb zu solchen dinstperkeiten sind die leib des monds. der sunnen vnd der sternn außgetailt. vnd wiewol die sunn die im tag aufgeet einig allain ist yedoch ist sie ein wars liecht volkunner voelligkeit. die mit fuerderlichster wirm vnd allerclarsten schein alle ding erlewchtet. dann wiewol man vnzalich sterne schimern vnd glentzen sihet. nach den sie aber doch nit voellige vnd feste liecht sind. so raichen sie kain wirm von ine vnd muegen auch mit irer menig die finsternus nicht vberwinden. daruemb so werden zway fuename ding gefunden die mancherlay vnd aneinander widerwertigen gewalt haben. nemlich wirm vnd feuechigkeit die got wunderperlich zu auffenthaltung vnd geperung aller ding erdacht hat. Hie bey weren gar hohfrage zefueren vnd von yder ein rechts buch zemachen wie vnd welcher maß dise gestirne in dem firmament weren. auch welche geschoepff in irem adel vnd wirde die andern vbertreffen vnd von verrer art. aigenschafft. wurkung vnd natur des gestirns. auch von den ihenen die sich darauß verkundung künftiger ding geprauchen. so wil doch weder stat noch zeit gedulden lenger do von zeschreyben.

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