Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):115

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CXIIII verso:[Bearbeiten]

Das sechst alter
Nuremberg chronicles f 114v 1.png

Jar der werlt. vm. iijc. lxiij.

 

Jar Christi. c. lxiiij.

Anicetus der babst von gepurt ein Sirier. was ein man treffenlicher sitten. vnd setzt das einicher clerick einich langes har nit ziehen solt nach dem gepot des appostels. so solt auch einich bischoff nit von mindern dann on dreyen andern bischoffen geweihet werden. Sunst hat er vil andre ding geordnet. vnd als ein in fuenf weyhungen des monats decembris. xix. briester vier diacon. vnd newn bischoff geweyhet het ward er mit der marter gekroent vnd begraben amm. xvij. tag aprilis. vnd saße. xi. iar. vier monat drey rag vnd feyret der stul. xyij. tag.

Jar der werlt. vm. iijc. lxxiij.

 

Jar Christi. c. lxxiiij.

Sother der babst auß Campania pitig von das statt Fundano wz zu den zeitten L. Comodi des kaisers. vnd wiewol er in vil geferlichkeiten schwever yedoch keret er sein gemuet in souil anfechtungen zu goettlichen sachen ordnende. das einich closterfraw einichen chormantel nit anrueren. noch auch einichen weyrauch in das rauchfaß so goettlicheambt beschehen legen solten. Des was ein epistel vorhanden die er diser ding halben an die bischoff Welscher land geschiben het. Er setzet auch das nit fuer ein eeliche hawßfraw gehalten werden solt dann die. die ein brister nach auffsatzung eingesegnet. vnd die ir eltern mit zierlichen gespreng nach cristlichem sitten irem gemahel zu gelegen. vnd er verwarffe vil segnens vnd zawberey. die man bey den hohzeiten vnd newen een vbet, cnd als er im monat decembris fuenff weyhe gehabt vnd. viij. brister vnd. xi. bischoff geweihet het do starb er vnd ward begraben in dem kirchoff Calisti als er. ix. iar drey monat vnd. xx. tag geseßen was. vnd der stuol ruoet des mals. xxi. tag.

Jar der werlt. vm. iijc. lxxxiij.

 

Jar Christi. c. lxxxiiij.

Eleutherius der babst auß kriechischem land von der statt Nicopoli was zu der zeit das kaisertumbs. L. Antonini Comodi. Diser setzer das nymand von vberfluss wegen einich geschlecht der speiß do nut die menschlic gewonet gespeyset wuerdt verschmehen solt. Er wolt auch nit das ymand von seinem stand entsetzt solt werden. er wurde dann auf anclagung der mißtat schuldig gefunden zu diss babses zeiten ist der kirchen frid vnd ruoe gegeben. vnd der cristlich namen durch alle erden wunderperlicer weiß gemeret worden. allermaist zu rom. alda dann vil edel roemer mitsambt iren weibern vnd kindern in den cristlichen glawben genommen vnd getauft worden sind. Diser babst empfing einen sendbrieff von Lucio dem konig Brittannie das er ine vnd die seinen in die zal der Christen nemen solt. als er zu letst un dem december in dreyen weyhungen briester vd bischoff geordnet het do starb er vnd wardt bey sant Peters leichnam begraben am. xxvi. tag des monats may. Als er. xv. iar drey monat zwen tag gesessen was vnd der stuol feyret fuenff tag.

Jar der werlt. vm. iijc. vciij.

 

Jar Christi. c. xciij.

Victor der babst aus Affrica pirtig setzt das die ostern amm suntag von den. xiiij. tag des monds des ersten monats bis an den. xxi. tag gehalten werden solt. die dauor mit den Juden amm. xiiij. tag gehalten wardt. dasselb gesetz wardt darnach in dem concili zu Niceno bestettigt- auff das wir nit gesehen wuerden den iuden nachzefolgen. Diser Victor wardt gemartert vnd bey sant Peter begraben. vnd saß zehen iar. drey monat. zehen tag. des mals ruoer der stuol. xij. tag

zepherinus der babst ein roemer was zu den zweiten des keisers Seueri gar ein hailiger man mer auff goettlich dann auff menschlich sachen geflissen. darum setzt er das ein leuit und briester in beywesen glawbiger clerick vnd layen geweyhet werden solt. das dann darnach in dem Lacedonischen concili bestetigt wardt. Er ordnet auch das die gesegnung des goettlichen pluots in eim glaserin gefaße vnnd nit in eim hueltzern (als vor) beschehen solt. aber dise satzung wardt nachfolgend verwandelt. vnd fuergenomen solche gesegnung weder in holtz noch in glas. sunder in gold oder solber oder zin zevolbrigen. Jtem er setzt das alle cristen menschen die zu irn vogtpern iarn komen wern alle iar amm heiligen ostertag offentlich das heilig sacrament empfangen solten. Zu letst nach weyhung elttlicher briester vnd bischoff starb er. als er acht iar siben monat. x. tag geseßen was

Jar der werlt. vm. iiijc. xiij.

 

Jar Christi. ijc. xiiij.

Calirtus der babst ein roemer vnnd ein goetlicher hohweyser heliger man hat in großer betruebnus des cristlichen wesens vnder der boßhaftigen kaisern vnabgetretten von seinem fuernemen geordnet viermal im iar als die vier quatrmprt oderngoldfasten zefasten. von denselben vier zeiten her sind auch die weyhungen gehalten worden. die dauor in dem monat december beschahen. Er hat auch einen kirchoff seins namens gepawt darinn vil mater leichnam begraben warden. als er aber Palmachinn vnd Simplicium die roemer. vnd Felicem den edel man mit irem hawßgesind getauft vnd vil briester vnd bischoff geweihet het do wardt er amm. xiiij. tag des monats octobris von dem kaiser alexandro mit marter bekroenet. als er. vi. iar. x. monat. x. tag geseßen wz


CXV recto:[Bearbeiten]

Blat CXV
der werlt
Nuremberg chronicles f 115r 1.png

Comodos lucius antonius der. xviij. Roemisch kaiser ist nach M. antonio vero seinem vater kaiser gewest. Sein mutter Faustina het als sie sein schwanger was einen trawm wie sie vil schlangen. vnd vnter den eun grawsamere gepere. vnd sie depare Comodum und Antonium. nach absterben desselben het Marcus der vater großen fleiß den Comodum durch lere vnd anweysung guter mann zeunderichten. vnd wiewol diser Comodus trefflich kriechisch vnd lateinisch anweyser vnd maister het so waren sie ime doch gar nicht nuetz. sunder er er wz von erster kintheit an ein befleckter. vnfrummer. grausamer. vnkeueschgiriger mensch. der im. xij iar seins alters anzaigung seiner kuenftigen grausamkeit erscheinen ließ. Er zohe mit dem vater in den teuetschen krieg darunn er wurde der scham noch einicher zerung verschoner. Zu letst het er kein gemaynsam mit dem vater. sunder was allermeniglichem vnfugsam vnd vnnuetz dann allayn das er wider die teuetschen durch hilff der cristenlichen ritter gluecklich strite vnd als sein herr in demselben krieg mangel an wasser het do ward (als sie sagen) auß fuerbitte der cristlichen ritter das wasser wunderperlicher weiß vonn himel gesendet vnd fieln vil plitz auff die teuetschen vnd Sarmacier. Aber als er wider gein Rom zohe do fiel er in vnzucht der vnkeuchschheitvnd allermaist die fuertrffrnlichsten amm adel vnd redlickeit ertoetende: ettlichen die statt verbietende. die land vnd ire pfleg verkauffende. Er was ebner gestlt des leibs. eines trunckengestalten angesichts. vngefueger rede. alweg geferbts hars vnd besenget sein lock vnd part selbs sich vor dem barbirer besorgende Zu der zeit seins suentlichen lebens erlidde die stat Rom ein straff an der verprunst der librarey im capitolio durch einen plitzen. dio er starb wardt er ein feynd des menschlichen geschlchts geurteilt vnd erwuergt im. xij. iar seins kaiserthumbs.

Heilius perinar der. xix. Roemisch kaiser ist in dem gepirg Appennino in eim dorff Martis geporn vnd nachfolgend in dem Roemischen wesen ye von eim stand an den andern von seiner guetigkeit wegen gefuerdert vnd zu isigst zt kayserlichicher wirdigkeit erkom worden. aber er wardt von seiner kargheit wegen die dann eim kaiser zumal lasterlich verachtet. Doch was er ein erwirdiger alter man eins eingeschmuckten parts. eins widergepogen hars. faist leibig. ein herrlicher person. mittelmassiger gesprechlichkeit vnd mer liebkosend dann guetig. zu letst ward er von Juli ano dem rechtgelerten in Pallacio erschlagen imm sechsetn monat seins kaiserthumbs. dann die ritter vnd hofflewt hasseten ine. aber das roemisch volck het an seinem todt mißfallen darumb wardt er von rats wegen vnder die goetter ernennet.

Iulianus didius was ein nachkomen Pertinacis. als die ritter die senselben kaiser Pertinacem ertoedten sein hawbt an einer stangen durch die statt in das heerhleger truogen. vnd nw diser Julianus desselben Pertinacis leim in dem pallacio gefunden het do ließ er den mit den groesten eren so er mocht bestatten. Ettlich maynen diser Julianus sey der der Pernacem erschlagen vnd das kaiserthumb nach ime bekuemert hab. Die andern sprachen es sey gewesen Julianus das enicklein des großen Juliani des rechtgelerten. dass vorfarn von Mayland gewesen seyen. Diser was der boest mensch der also schentlich lebet dz er dem volck haßlich vnd von meniglichen verlassen wz wardt im. vii. monat seins regiments von Seuro vberwunden vnd erslagen

Seuerus de roemisch kaiser auß Affrica des herkomens wardt erstlich in seyner kintheit der krischischen vnd lateinischen schrift also vnderrichtet das er zu hoher verstentnus derselben komen. wenn er in seiner kintheit vnder andern spilet so saß er als ein richter vnd vrteilet. so die andern kindere vmb ine stunden. darnach kom er von lernens wegen gein Rom. daslebst wardt er von eim stand in den andern bis in die kaiserliche wirdigkeit fuergezogen. Er was zumal karg. von natur ernstaftig. mit vil kriegen vermueedet. den gemaynen stand stercklich wiewol muesamigclich regirende. Er was zu der philozophey gar geflißen vnd wider die Partheier. Adiabenier. vnd Arabier ein solcher vberwinder das er der Arabier gegent zu einer roemischen provintzen machet. Er zieret die statt Rom mit gemaynen gpewen vnd was massiger speis. schlechter klaidung. vaterlicher zemess begirig. zu zeitten des weins begerende. des flaisch gewoenlich vnwissende. Er was zierlicher person. vnd groß. eins langen parts. eind groen vnd krawsen hars eins ersamen angesihtts. einer lieplichen stymm vnd sprach seins Affricanischen lands bis in sein alter. Als er aber zu letst mit mancherlay geferlichen anstoeßen nit allain in Syria sunder auch in Gallia vnd in Brittania nach verlaßung schier aller seiner geselschafft vnd verwanten bekuemert wardt do starb er zu Eburaco in Gallia im. xvij. iar seins kaiserthumbs vnnd ließ zwen suen Bassianum vnnd Getam.