Die Schedelsche Weltchronik (deutsch):116

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
115 <<<Vorheriges Blatt
Die Schedelsche Weltchronik    Blatt CXVI
Nächstes Blatt>>> 117
Schedelsche Weltchronik d 116.jpg
unkorrigiert
Dieser Text wurde noch nicht Korrektur gelesen. Allgemeine Hinweise dazu findest du bei den Erklärungen über Bearbeitungsstände.


CXV verso:[Bearbeiten]

Das sechst alter
Nuremberg chronicles f 115v 1.png

Lucius Coilli des konigs Fusci sun ein konig in engelland oder Brittannia wardt von got dem herren gefordert. er sendet einen brieff an Eleuetherium den babst mit begerung ine vnd die seinen in die zal der christen zenemen. demnach schicket der babst die treffenlichen mann Fugacium vnd Damianum da selbst hin den konig vnd das volck zetawffen. Diser Lucius hat nach empfangnem tawff alle ligende gueter der haidnischen tempel den christenlichen kirchen geweytert vnd gemeret vber geben vnd sein vaterland vnd konigreich verlassen. erstlich in Galliam vnd darnach in dz oeber rieß durch die statt augspurg gein Chur gezogen vnd dasselb volck dem herrn vndertanig gemacht vnd rastet daselbst im frid an tugenten vnd wunderzaichen scheinende. Aber Emerita sein schwester hat in einen castel nahent dabey Trimis genant mit der marter des fewrs die ewigen kron verdient. Ir tag wirdt begangen am dritten tag des monats decembris vnd hat dz gantz Bayerland vnd ober Rieße zwischen dem gepirg cristo erobert

Trogus pompeius ein Hispanier vnd geschihtbeschreiber ist auch beruembt gewest darumb das er die geschihten von Belo dem vater Nini des konigs Assiriorum bis auff das einich fuerstenthumb vnd monarchey den kaysers Julij in latein beschriben vnd dieselben in. xliiij. buecher geteylt hat. Dieselben buecher hat darnach Justinus der geschihtbeschreiber in ein kuertzere form vnd maynung gezogen.

Nuremberg chronicles f 115v 2.png
Nuremberg chronicles f 115v 3.png

Dionisius ein bischoff der Chorinthier ist zu den zeiten Sotheris (als Eusebius schreibt) gewesen. vnd was ein man solcher geprechlichkeit vnd redlichkeit das er nit alla in das volck seiner statt vnd prouintz. sunder auch die bischoff andrer stett vnd prouintzen mit seinen episteln vnd sendbrieffen leret vnd vnnderrichtet. dann auch die bischoff andrer stett vnd prouintzen mit seinen episteln vnd sendbrieffen leret vnd vnnderrichtet. dann nach dem er der lere des appostels Pauli berichtet was so mocht er leichtlich an heiligkeit vnnd vnderweysung die andern imm ambt behalten vnd mit seinen schrifften leren. der er dann sechs an sechs oerter gar nuetzlich geschriben hat. Sunst sin auch zu diser zeit vil mehr hohgleerter mann in leben gewesen.

Theodocion ein Asianer von Epheso ein hohglerter vnnd der schrifft wolwissender man. der drit außleger der goetlichen schrift hat diser zeit auch nach neben dem obgeschriben mannen gereichßnet vnd außerhalb seiner außlegeung vnd tulmetschung auch sunst vil schrifften von dem lob cristenlichs glawbens hinder ime gelaßen. Er ist des hohgelerten mans Taciani vor vnd ee er in die ketzery fiele iunger gewest vnd hat mit seinen schrifften den ketzer Appellem gar schickerlich belachet das er sprach dz er got den er eret nit kennet. dann er saget dz cristus nit got in der warheit sunder eine mensch in der fanthesey erschinen wer.

Clemens ein briester von Alexandria ein fuertreffenlicher hoherfarner man hat (als Jheronimus schreibt) mit den vorgenanten gereichßnet vnd vil vnd mancherlay nit allain buecher sunder auch treffenlich sendbrieff geschriben vnd gemacht vnd Origenes ist sein iunger gewest

Appollonius ein roemischer ratgeb vnd hoherfarner man hat auch zu den zeiten des babsts eleuetherij als der kirchen frid gegeben wardt allain die marter gelidden. do er von ein schoene red von dem lob des cristenlichen glawbens gehabt het. dz dann zu den zeiten beym leben verboten wz Er vberantwurtet ein treffenlich buoch dem keiser comodo dz er in eim rat froelich lesen ließ. darnach wardt er dz er ein cristen man wer von seinen knecht verraten vnd enthawbt amm. xviij. tag aprilis. vnd nach seinem absterben namen vil ketzerey vberhand etc.

Tercullianus von carhagine eins rittermaisters vnd ratherrn sun an sinnreichigkeit vnd lere hoberumbt hat diser zeit (als sant Jheronimus schreibt) gereichßnet. Diser wardt zu mittelm alter der clericken der aller namhaftigst zu rom auß neyd der clericken mit schmeungen vnd gewaltsame also bekuemert vnd beschwert dz er sich an Montani des ketzers lere zukeren gezwungen wardt. darumb vnderstund er sich vil buecher wider den christenlichen glawben zeschreiben vnd er lebet bis auff in ein abkomens verlebts alter.


CXVI recto:[Bearbeiten]

Blat CXVI
der werlt


DJe fuenft verfolgung der cristen menschen hat auß zorn vnd befelhnus des kaisers Seueri in disen iaren anfang genomen. Er wz der fuenft von Nerone der die cristen verfolget. doch wardt er stettigclich mit mancherlay geferlichkeiten vnd kriegen angefochten vnd bekuemert. so waren die roemer nit on goettliche rachsal. dann sie warden alßpald mit burgerlichen kriegen wunderperlicher weiß betruebt. in welcher verfolgung die hernachbenanten gelidden haben

Nuremberg chronicles f 116r 1.png

Hireneus der bischoff zu Lyon ein fast hohgelert man wardt also alterin derselben statt von den cristenlichen namens wegen bemartert. dann er was vnder dem kaiser Comodo in großem ruom. vnd (als Jheronimus schreibt) ein iunger policarpi des martrers. von demselben ward er also gelert das ere fuenff buecher wider die ketzerey. vnnd eins wider die haiden. vnd sunst mer andere geschriben hat. zu letst wardt er von dem kaiser Seuero auff zwen puehel. auff der einen ein creuetz. auff dem andern ein abgot stund. gestelt den todt durch dz creuetz. oder dz leben durch den abgot zeerwelen. aber er kome mit dem volck zum creuetz vnd sie warden alle mit marter bekroenet am. xxviij. tag Junij.

Nuremberg chronicles f 116r 3.png

Leonides von Alexandria des großen Origenis vater gar ein frumm man hat in diser verfolgung die marter gelidden. dem wolt Origenes sein sun in der marter imm zehenden iar des kaisers Pertinacis noch also iunger nachgefolgt haben wo er auß goettlichem willen zu vil menschen nutzperkeit nit enthalten vnd durch muterliche sorgfeltigkeit nit verhindert wer worden. dann als er ime het fuergenomen des morgens Christum offenlich zeueriehen do warden ime seine klaider in der nacht durch die muter haymlich auffgehebt vnd er also vor den Tirannen behalten. aber er vermanet seinen vater zu der marter vnd wardt mit sechs bruedern vnd der muter arm verlassen vnd das vaterlich guot von irer veriehung wegen des cristenlichen glawbens in einen gemaynen pewtel genomen.

Nuremberg chronicles f 116r 2.png

Eugenia des durchleuechtigen roemers Philippi des richters tochter ein schoene iunckfraw in den freyen kuensten gelert ist mit Protho vnd Jacincto den brudern die ire eltern verließen durch den bischof Helenum getauft vnd darnach in manlicher klaidung in einem closter wonende durch Melanciam das weib vmb vergeweltigung vnd notzerrung angeclagt vnd deßhalb fuer den richter gefuert vnd zur berayten marter bedroet worden. aber als sie irn rock den sie an het zerriße vnd ein weibs pild er scheine. vnnd sie sich als sein tochter erzaiget do geschah ein freued dem volck mit forchten. dann Melancia wardt mit allem irem haws mit wunderperlichem fewr verprennt. vnnd ire eltern liesen sich mit gantzem hawßgesind tauffen. darnach zohe sie mit der muter vnd bruedern Protho vnd Jacicnto gein Rome mit ebenpild der tugent vil menschen zum glawben raitzende. vnd sunderlich Basiliam zu ewiger keuescheit vermanende. darumb als sie der goettin Dyana nit opffern wolt do wardt sie an einen stayn gepunden vnd in die Tyber geworffen. aber der stayn zerbrache vnnd sie blib vnuerseret. Zu letst nach vil marter vnd quelung wardt sie an dem tag der gepurt Christi imm kercker ertoedt vnd ir leichnam nit verr von rom auff irem aigen grund vnd poden begraben.

Nuremberg chronicles f 116r 4.png

Perpetua vnd Felicitas die heiligen frawen sind in Mauritania in der Tiburbitanier statt mitsambt Saturnino vnd Secundolo amm sibenden tag marcij gemartert. vnd nach absterben Secundoli imm kercker den wilden thiern fuergeworffen vnnd zerrissen worden.

Narcissus ein patriarch zu Jherusalem ist zu den zeiten Victoris des babsts vnd Seueri des kaisers gewest. Auff ein zeit als mangel des oels in den ampeln erschine. do hieß er wasser darein giessen do keret sich das wasser in faistigkeit vnd gab den ampeln liechtern schein. Er ward von falschen zeuegen angeclagt. die warden mit goettlicher straff beschwert. vnd er gieng in die wueestnuß. vnd als er darnach alters halben dem ambt nit vor sein mocht do wardt Alexander der bischof Capadocie an sein statt mit seiner verwilligung aufgenomen. Er wardt darnach auch gemartert.

Eusebius potencianus Vincencius vnd Peregrinus die edeln Roemer warden vor diser zeit under dem kaiser Comodo vmb cristenlichs glawbens willen getoedt. vnd doch vor mit vil marter vnnd peinigung geangstigt vnd gequelet.

Iulius der Roemisch ratgeb ist auß derselben martrer lere mit allem seinem haws zu Christo bekert vnd durch Ruffinum getaufft vnd auff gescheft des kaises mit kolben erschlagen worden. Dess leichnam begruob Eusebius. Dem hieß Vitellius der richter die zungen abschneiden. do dz geschah do sang er got lob. Dauon wardt Antoninus glawbig. der enthawt wardt. So wardt Eusebius darnach mit pleyzaynen so lang geschlagen bißer starb.