Die Schlange im Paradiese

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Schlange im Paradiese
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 35, S. 596
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[596] Die Schlange im Paradiese. Unter diesem Titel hat Rosenthal-Bonin einen Novellenkranz (Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt) veröffentlicht, der einen mannigfachen, bunten Inhalt bietet. Der Vorzug dieser kleinen Erzählungen besteht darin, daß sie alles Langathmige vermeiden, während wir den eingefädelten Verwicklungen mit Spannung folgen. Da werden wir durch die weite Welt geführt, in die Umgegend des meerbeherrschenden Genua, an das „Goldene Horn“, an die Spielbank von Monaco, in die Hauptstadt Kaliforniens. Die Schilderung versetzt uns mit ein paar kräftigen Zügen rasch in die Landschaft, in das Volksleben der verschiedenen Erdregionen. Eine Türkensklavin in Konstantinopel, welche einen dort lebenden Deutschen auf eine Zeitlang so verzaubert, daß er sie als Gattin heimzuführen beabsichtigt, bis er sich eines Bessern besinnt und eine für ihn schwärmende deutsche Witwe heirathet, ist die Heldin der einen Erzählung; in einer andern ist es eine schöne spanische Witwe in San Francisko, welche ihre Hand einem viel umhergetriebenen Manne reicht, der zuletzt als Straßenschreiber sich durch die Abfassung von Liebesbriefen sein spärliches Brot verdient. „Eine Aschermittwochsgeschichte“ knüpft an die zufällige Begegnung eines nach einem Maskenball in der Weinlaune über die Straße spazierenden Herrn mit einer schwerhörigen jungen Dame eine ganze Reihe von Verwicklungen, einen Wortwechsel mit dem Begleiter der letzteren, ein Duell zwischen diesem und dem übermüthigen jungen Manne, welcher sich bald darauf als der ausgezeichnete Specialarzt entpuppt, der die Dame von ihrem Leiden erlösen soll und dem zu Liebe sie in diese Stadt gekommen ist. Natürlich finden sich die Herzen und der bisherige Beschützer der jungen Dame hat das Nachsehen. Pikant ist die Erzählung „Die schwarze Rose“. Eine junge Kokette verlangt von ihrem Verehrer für den Ballabend ein solches Blumenwunder. Dieser weiß sich nicht anders zu helfen, als daß er ihr eine schwarzgefärbte Rose überreicht; doch diese heimtückische Blume entfärbt sich am Ballabend. Der maßlose Zorn der Schönen klärt den Verehrer darüber auf, daß er eine schlechte Wahl getroffen, als er diesem eiteln und herzlosen Mädchen huldigte, und er schenkt der anmuthigen Blumenverkänferin Herz und Hand. Die Skizze „Haschisch“ enthält eine lebendige Schilderung der Wirkungen dieses Giftes, und seiner Vorliebe für Thierbilder huldigt der Autor wieder in der Geschichte „Henri Martin“. Es ist dem verschiedenartigsten Geschmacke in dieser Novellensammlung Rechnung getragen; nur das einzige verbotene Genre, das Langweilige, ist nicht darin vertreten.