Die Schutzimpfung gegen Hundswuth

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Titel: Die Schutzimpfung gegen Hundswuth
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 12, S. 216
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1886
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[216] Eine Schutzimpfung gegen Hundswuth. In unserm Artikel über die Schutzpockenimpfung des spanischen Arztes Ferrand (vergl. S. 460,Jahrg. 1885) haben wir die Grundzüge des Verfahrens mitgetheilt, nach welchen Pasteur zu einer Schutzimpfung gegen die Hundswuth gelangt zu sein glaubt. Damals erstreckten sich seine Versuche nur auf verschiedene Thiere. seit dem 6. Juli vorigen Jahres begann der berühmte Forscher jedoch auch Menschen zu impfen, die von einem wuthverdächtigen Hunde gebissen wurden. Das Aufsehen welches diese Nachricht erweckte, war so groß, daß Leute aus aller Herren Ländern nach Paris eilten, um dort Hilfe zu suchen. Bis jetzt hat man im Ganzen 385 Personen, die alle von wuthverdächtigen Hunden gebissen worden, in dem Laboratorium von Pasteur der Schutzimpfung unterworfen. Von diesen Patienten erlag nur ein Mädchen der Hundswuth; dasselbe kam nach der Behauptung Pasteur’s zu spät in seine Behandlung, 37 Tage nach dem erfolgten Bisse. Hundert Geimpfte haben seit länger als 75 Tagen das Laboratorium verlassen, ohne einen Wuthanfall gehabt zu haben, und sind aller Wahrscheinlichkeit nach als geheilt zu betrachten. Die Uebrigen werden noch beobachtet oder behandelt.

Obwohl noch eine Reihe weiterer Beobachtungen nöthig ist, um den Werth dieser Impfung wissenschaftlich festzustellen, so verdient sie dennoch die größte Beachtung. In Paris ist man selbstverständlich ganz enthusiasmirt; die Akademie der Wissenschaften votirte Pasteur den Dank der Menschheit und richtete ein Gesuch an die Regierung, daß diese eine eigene Anstalt für die Schutzimpfung gegen Hundswuth mit einem Jahresbudget von 50000 Franken gründe.