Die Straßenschlacht in Moskau

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Textdaten
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Autor: Rudolf Lavant
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Titel: Die Straßenschlacht in Moskau
Untertitel:
aus: Rudolf Lavant Gedichte
Herausgeber:
Auflage: 3. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1965
Verlag: Akademie Verlag
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons,
S. 121–122
Kurzbeschreibung:
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Die Straßenschlacht in Moskau


„Wo kommst du her in dem roten Kleid
Und färbst den Schnee auf dem weiten Plan?"
„Ich komm aus blutigem Männerstreit,
Ich komme rot von der Ehrenbahn;

5
Wir haben die blutige Schlacht geschlagen,

Drob müssen die Mütter und Bräute klagen,
Da ward ich so rot."

„Sag an, Gesell, und verkünde mir,
Wie heißt das Land, wo ihr schlugt die Schlacht?"

10
„Das Mütterchen Moskau ward Mordrevier,

Das manches Auge voll Tränen macht:
Da flogen die Kugeln wie Winterflocken,
Und Tausenden mußte der Atem stocken
In Moskau, der Stadt."

15
„Wie hießen, die willig geopfert den Leib,

Als die roten Fahnen gerauscht im Wind?"
„Es stritten heroisch Mann und Weib,
Es schleuderte Bomben selbst das Kind.
Die Männer der Arbeit mit trotzigen Zügen

20
Und sie, die mit Hirn und mit Feder pflügen,

Die zogen all aus."

„Und siegte zuletzt des Tyrannen Macht,
Und zwang er aufs Knie der Empörer Reihn?"
„Acht Tage tobte die Straßenschlacht,

25
Dann schlief der Kampf vor Erschöpfung ein,

Und was sich verzog aus dem Pulverdampfe,
Das rüstete nur zu erneutem Kampfe,
In finstrem Trotz."

„O, das tut wohl! Habe Dank, Gesell!

30
Das war ein Klang, der das Herz erfreut!

Das klang wie Fanfarengeschmetter hell!
Hab Dank der Mär von dem blut'gen Streit!
Laß Witwen und Bräute die Toten beklagen,
Wir singen wohl noch in spätesten Tagen

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Die Moskauer Schlacht."


O Moskau, uralte Zarenstadt,
Dir ward ein leuchtendes Ehrenmal;
So lange rollet der Jahre Rad,
So lange scheinet der Sonne Strahl,

40
So lange die Ströme zum Meere reisen,

Wird noch der späteste Enkel preisen
Die Moskauer Schlacht.


Anmerkungen (Wikisource)

Ebenfalls abgedruckt in:

  • Der Wahre Jacob 1906 Nr.509 Seite 4928