Die Uellerkens bei Boek

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Textdaten
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Autor: Jodocus Donatus Hubertus Temme
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Titel: Die Uellerkens bei Boek
Untertitel:
aus: Die Volkssagen von Pommern und Rügen. S. 256–257
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1840
Verlag: Nicolaische Buchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
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Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
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217. Die Uellerkens bei Boek.

Die kleinen, in der Erde wohnenden und dem Menschen freundlichen Zwerge werden in manchen Gegenden von Pommern von den Leuten Uellerkens genannt. Man findet sie an vielen Orten; fast bei jedem Berge erzählt man etwas von ihnen.

Am Glandower See bei dem Dorfe Boek liegt ein Berg, in welchem auch die Uellerkens sind. Vor noch nicht vielen Jahren wohnte am Ende des Dorfes eine alte Frau, mit der sie gute Freundschaft hielten. Sie besuchten [257] dieselbe oft, und baten sie, ihnen einen Backtrog zu leihen. Die Frau that das gern, und als sie ihr am anderen Morgen den Trog zurückbrachten, hatten sie zur Dankbarkeit ein schönes, feines Brod hineingelegt.

Ein andermal hörte diese Frau, wie des Nachts unten in ihrem Keller Musik und sonstiges Geräusch war. Sie ging daher hinunter, um zu sehen, was es da gebe, und erblickte durch eine Spalte der Thür, daß der Keller hell erleuchtet und voller Uellerkens war. Einer von ihnen saß auf einem Fasse und geigte, und die Uebrigen tanzten und spielten und schmauseten. Die Frau beging nun die Unvorsichtigkeit, daß sie mit ihrem Lichte in den Keller hineintrat. Das fremde Licht konnten die Uellerkens nicht vertragen. Sie verschwanden deshalb augenblicklich, und löschten ihre Lichter und auch das Licht der Frau aus, daß sie kaum aus der Finsterniß sich wieder herausfinden konnte. Böse waren sie ihr aber nicht geworden, denn als sie am anderen Morgen in den Keller zurückging, fand sie darin schöne Sachen, welche die Uellerkens ihr zum Geschenke zurückgelassen hatten.

Mündlich.