Die Wasserfrau und der Fleischerbursche zu Zittau

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Textdaten
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Autor: Johann Georg Theodor Grässe
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Titel: Die Wasserfrau und der Fleischerbursche zu Zittau
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 208–209
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
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Erscheinungsort: Dresden
Übersetzer:
Originaltitel:
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Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
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[208]
814) Die Wasserfrau und der Fleischerbursche zu Zittau.
S. Haupt Bd. I. S. 55.

Oft kam die Wassermannsfrau nach Zittau, um Fleisch einzukaufen. Sie pflegte dabei immer ihren Weg durch ein kleines Pförtchen in der Straßenmauer zu nehmen. Einstmals kam sie auch zu einem Fleischer und wollte ein Stück Fleisch kaufen. Als es ihr der Bursche zurecht hacken wollte, hielt sie das andere Ende fest und der Bursche hackte ihr mit seinem Beile aus Unvorsichtigkeit einen Finger ab. Die Wasserfrau schrie laut auf und rief zornig: „warte nur, dafür sollst Du schon noch mein werden!“, lief wehklagend davon und ließ sich nicht wieder sehen. Der Meister ließ nun den Burschen drei Monate lang nicht über Land gehen um Einkäufe zu machen, damit ihn nicht etwa die Wasserfrau sammt dem Vieh mordete. Aber nach dieser Zeit erlaubte er es dem Burschen und schickte ihn aus, um auf einem nahe gelegenen [209] Dorfe ein Stück Vieh zu holen. Der Bursche mußte auf seiner Wanderung über einen ganz kleinen Graben, in dem nur ein ganz klein wenig Wasser war. Als er dahinüberging, packte ihn die Wasserfrau, tauchte mit ihm unter und ertränkte ihn in der Pfütze.[1]


  1. Dasselbe erzählt man von der Wasserfrau bei Rothenburg (siehe Haupt Bd. I. S. 56.)