Die Wechselbälge

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Textdaten
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Autor: Heinrich Gottlob Gräve
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Titel: Die Wechselbälge
Untertitel:
aus: Volkssagen und volksthümliche Denkmale der Lausitz, S. 138
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: F. A. Reichel
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Erscheinungsort: Bautzen
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Quelle: MDZ München, Commons
Kurzbeschreibung:
Siehe auch Wechselbalg
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LVIII. Die Wechselbälge.

Erblickt man menschliche Geschöpfe mit großen, dicken Köpfen, unangenehmen Gesichtszügen, Kröpfen, krummen Säbelbeinen, verschränkten Armen und mit einem hohen Grade Stumpfsinn begabt, so nennt man dergleichen Erscheinungen Wechselbälge.

Folgendes ist ihre Entstehung:

Liegt ein neugebornes, noch ungetauftes Kind in der Wiege; so kommt nicht selten der Teufel und stiehlt es und legt ein anderes, mit einer Hexe in der Walpurgisnacht von ihm erzeugtes Kind, an dessen Stelle. Dieses Kind wird nun von seinen vermeintlichen Aeltern erzogen, behält aber seine teuflische Natur, stiftet viel Unheil, lebt jedoch zum Glück nicht lange. Nach seinem Tode wildert es auf der Welt herum und treibt allerhand Unfug, hält sich in Viehställen auf, wo es den Kühen die Milch aussaugt, Pferde lähmt, Schaafe drehkrank macht – wogegen des seligen M. Masius Mittel gegen die Drehkrankheit des Wollenviehs nichts fruchten – Hühnern das Eierlegen hindert, Kühen statt Milch, Blut geben läßt etc. Fromme Mönche verstanden es unschädlich zu machen und jetzt vermag nur ein getödtetes weißes Wiesel, (weil die Wechselbälge die Kobolde scheuen), das man in Ställen aufhängt, ihren böslichen Muthwillen abzuwenden.