Die Züricher Breifahrt

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Die Züricher Breifahrt
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 31, S. 524–527
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1876
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[524]
Die Züricher Breifahrt.
Von einem Elsässer.


Am 20. Juni 1876 hätte Straßburg den dreihundertjährigen Gedächtnißtag einer der lieblichsten Episoden aus den Zeiten der Bürgerfreiheit und der Bürgerlust gefeiert. Es schien am Ende des sechszehnten Jahrhunderts, als wollte Deutschland sich zum voraus schadlos halten für alle die namenlosen Drangsale und Gräuelthaten des dreißigjährigen Krieges. Damals glühte und blühte deutsche Lust und Kraft in üppiger Fülle, doch trugen die Volksfeste das Gepräge der Biederkeit und Treuherzigkeit, ja nicht selten eines ritterlichen Geistes und einer fürstliche Gastfreundschaft.

Durch Gewerbe und Handel die Schatzkammer des Reiches, durch weises Regiment die Wiege der Freiheit, durch Aufklärung und Toleranz die Herberge der Gerechtigkeit, blühte Straßburg im Kranze der deutschen Reichsstädte. „Hier,“ schreibt Erasmus, „sieht man eine Aristokratie ohne Parteien, eine Demokratie ohne Tumult. Zu Massilia im Alterthume und zu Straßburg in neueren Zeiten hätte Plato das Ideal seiner Republik verwirklicht gefunden.“ Seit mehreren Jahrhunderten bestand zwischen Straßburg und Zürich ein freundschaftliches Verhältniß, das durch gegenseitige Hülfsleistungen immer fester und fester geknüpft wurde. Gemeinschaftlich hielten sie Wacht, bald an der Donau, im Jahre 1276, um ihren ehemaligen Stadthauptmann, Kaiser Rudolf von Habsburg, in den östlichen Marken des Reiches zu schützen, bald am Rhein in den Jahren 1376 und 1476, um ihre wälschen Dränger, die Armagnaken und Burgunder, abzuwehren. In friedlicheren Zeiten übte man sich „in G’schütz und Witz“ und förderte die Bollwerke der Freiheit, die edle Buchdruckerkunst und die Reformation. Nach gethaner Arbeit schmauste und zechte man mit einander, wetteiferte

mit allerhand erfund’ner Freud’
zu bezeugen seine Gutwilligkeit,

und kehrte mit Sang und Klang, von tausend Segenswünschen begleitet, fröhlichen Muthes heim.

So viele Bande vereinten die treuen Eidgenossen, als am 18. Hornung 1576 der Rath der allezeit freien Reichsstadt Straßburg die Züricher in einem patriotischen Ausschreiben zu einem großen Freischießen einlud. Der Züricher Geschichtsschreiber, Hans Rudolf Maurer, erzählt, mit welcher Begeisterung Magistrat und Volk die freundliche Botschaft aufnahmen. Es erwachte das Andenken an die Tage der Vorzeit; man sprach in den Zunftstuben von Granson und Murten; man erwähnte der alten Bünde und des neuen mit Straßburg geschlossenen Burgrechtes, auch des in theuerer Zeit von den Elsässern gespendeten Getreides. Sechszig Züricher Schützen eilten mit ihrem Bürgermeister Hans Bräm nach Straßburg und schilderten, wetteifernd in ihren Briefen, den herzlichen Empfang und des Festes Herrlichkeit. Doch fanden sie auch Sonderbündler, welche meinten, die Eidgenossen seien zu weit entfernt, um Straßburg im Nothfalle helfen zu können. Das waren die Sturmvögel des dreißigjährigen Krieges, die ultra-lutherischen und die ultramontanen Theologen, denen das frische und freie Wesen der Schweizer ein Gräuel war. Da faßten die edlen Züricher den Entschluß, ihren liebwerthen Freunden und Bundesgenossen zu zeigen, wie die Schweizer noch immer Leute von Entschlossenheit und Ausdauer seien, um den Straßburgern im Falle der Noth schnelle Hülfe zu leisten. Hans im Weerd, genannt der Ziegler, schlug seinen Mitbürgern vor, einen warmen Hirsebrei in einem Tage von Zürich nach Straßburg zu bringen, zum Zeichen, die Züricher könnten in Kriegsnöthen den Straßburger Freunden zu Hülfe kommen, bevor ein Hirsebrei kalt werde. Man erinnerte an ein ähnliches Unternehmen, das im Jahre 1456 glücklich vollbracht worden war. Man wiederholte das alte Losungswort:

Sind nur doch Nachbarn nach (nah);
Wir schöpfen Wasser aus einem Bach.

Da machten sich vierundfünfzig Männer in der Blüthe oder Vollkraft der Jahre mit dem Bannerherrn Kaspar Thomann und dem Chronikschreiber Georg Keller an der Spitze, auf den Weg nach Straßburg. Drei Trompeter, zwei Trommelschläger und ein Querpfeifer bildeten das Musikcorps des ritterlichen Zuges.

Am Mittwoch, den 20. Juni 1576, am hundertsten Jahrestage der Schlacht von Murten, schifften sich die kühnen Argonauten auf der Limmat ein. Ein eherner, dreibeiniger, hundertvierundzwanzig

[525]

Ankunft des Breitopfes von Zürich in Straßburg am 20. Juni 1576.
Originalzeichnung von Arthur Langhammer.

[526] Pfund schwerer, mit glühendheißem Hirsebrei gefüllter Topf wurde als Ehrengeschenk für die Straßburger Freunde in eine sandumgossene Tonne gestellt. Die ehrsamen Hausfrauen brachten dreihundert Semmelringe herbei, den Kindern Straßburgs zur willkommenen Gabe. Mit dem Glockenschlage Eins, bei funkelndem Sternenhimmel, setzte sich das Schiff in Bewegung, und von der Brücke flossen Grüße und Segenswünsche wie Thautropfen herab.

Ein Straßburger Augenzeuge, Fischart, hat die romantische Fahrt unter folgendem Titel beschrieben: „Das Glückhafft Schiff vonn Zürich, Ein Lobspruch, vonn der Glücklichen und Wolfertigen Schiffart einer Bürgerlichen Geselschafft auß Zürich auff das außgeschriben Schiessen gehn Straßburg den 20. Junij des 76 jahrs, nicht vil erhörter weiß vollbracht, darzu eines Neidigen Verunglimpfers schantlicher Schmachspruch von gedachtem Glückschiff, durch Vlrich Mannsehr von Treübach.“ In diesem schleppenden Tone beginnt das Heldengedicht. Sobald aber das Schifflein vom Lande stößt, erhebt sich Fischart’s Geist von der Erde. Der Strom der Rede fließt in geregelten Wellen dahin, wie in dem Verse:

„Die Ruder giengen auff und ab.“

Alles athmet Luft und Leben; die Berge winken; die Sonne lächelt freundlich den Schiffern entgegen, und mit vollen Weinkrügen eilen die Anwohner des Rheins herbei:

          „– die zu beschauen,
Die große Flüsse zu zwingen trauen.“

Freundlich erwidert Fischart die Grüße der Stammesgenossen. Mit kecker Laune und aristophanischen Wortschöpfungen verwandelt er Rhätien in Rheinzierland, Breisgau in Preisgau, Mühlhausen in Mildhausen, Straßburg in Treuesburg, Trier in Treuehr. Er leitet die Namen Helveter von Heldväter, Elsassen von Heldsassen ab und wird nicht müde, den politisch getrennten Bruderstämmen zuzurufen: „Ihr seid ein Volk und einig sollt ihr handeln.“

Als die Sonne die Thurmspitze des Straßburger Münsters vergoldete, da schwebte langsamer das Schiff dahin und die erprobten Helden rüsteten sich zum Empfange der Siegeskränze. Mit fröhlicher Hast warfen sie die schwarzen Mäntel um, ordneten die wallenden Federbüsche und fuhren mit kriegerischer Musik und wehendem blauweißem Fähnlein den jubelnden Straßburgern entgegen. Gegen sieben Uhr Abends fuhren sie aus dem Rhein in die Ill und sprangen bei der Kaufhausbrücke an’s Land, wo die Straßburger Rathsherren mit Trommlern und Pfeifern und einer unabsehbaren Menge Volkes zum Empfange bereit standen. Hier ergriff der Sprecher Kaspar Thomann das Wort:

„Ihr lieben Eidgenossen, heut’ zeigten wir Euch gern,
Daß Euch in Noth und Fährde die Zürcher nie zu fern.
Wenn Ihr – was Gott verhüte! – je Feindesobmacht fühlt,
So kommen wir gefahren, eh’ sich ein Brei verkühlt.“

Und nun begann der Triumphzug der Glücklichen. Ringsum pries man die wackeren Züricherknaben, die mit starkem Ruderschlage aus vier Tagereisen eine gemacht. Voran die Musik beider Städte, trug man durch gedrängte Volksreihen die bedeutungsvolle Tonne in feierlichem Zuge auf die Zunftstube der Maurer, wo den Ankömmlingen eine reichbesetzte Tafel entgegendampfte. Als Vorgericht stellte man auf jeden Tisch eine Platte voll Hirsebrei,

„Dessen sich Mancher g’wundert hat,
Wenn er jn an Mund prennen that.“

Man erquickte sich am fröhlichen Gastmahle, das der Straßburger Dichter Adolf Stöber mit folgenden Worten beschreibt:

„Elsässerweine fließen; hell klingt es hier und dort,
Man wechselt traute Rede, manch freies deutsches Wort.
Man spricht von alten Tagen, wie beider Städte Bund
Schon zu der Väter Zeiten so kräftiglich bestund.“

Die Stunden kamen und flohen und mit lieblichen Sprüchen, die uns Fischart aufgezeichnet hat, wurde der Schlaftrunk gewürzt:

„Das sei der Freuntschaft eigenschaft:
Zur fröud hertzhaft, zur not standhaft.“

Um Mitternacht geleitete man die Eidgenossen mit Fackelschein in die Herberge „zum güldenen Hirtzen“. Tag für Tag bemühten sich die Rathsherren, ihren Gästen alle mögliche Ehre und Freundschaft zu erweisen. Am 21. Juni führte man sie auf den Schützenrain und in das Zeughaus, das die Trophäen der gemeinschaftlich errungenen Siege enthielt. Am 22. bewirthete man sie auf der Plattform des Münsters und schenkte ihnen aus den wohlgefüllten Magazinen der Stadt hundertsiebenunddreißigjährigen Weizen, hundertsiebenundneunzigjähriges Salz und hundertvierjährigen Wein. Die Stunde des Abschieds kam, und man trennte sich mit dem Versprechen: „Unsere Freundschaft soll dauern, so lange unsere Ströme zusammenfließen. Wenn die Treue aus der Art schlagen würde, so wollen wir uns nicht mehr Deutsche nennen.“

Auf des Ammeisters Bitte überließen die Eidgenossen ihren Breitopf sammt dem Schiffe ihren Straßburger Freunden „den Kindern und Kindeskindern zur Gedechtnuß“. Als Gegengeschenk und zur Urkunde des bestandenen Abenteuers erhielten sie vierundfünfzig Fähnlein und ebenso viele Denkmünzen in damastenen Beuteln. Sorgfältig hatte der Magistrat sechs Rollwagen mit dreißig Pferden ausrüsten lassen und einigen Rathsherren den Auftrag ertheilt, die fröhliche Gesellschaft das Elsaß hinauf zu geleiten. Zwei Söldner wurden aus dem Stadtsäckel mit Geldmitteln ausgestattet, um alle Kosten der Rückreise bis Zürich zu bestreiten. Die Heimkehr glich einem Triumphzuge. Zu Benfeld, Schlettstadt, Ensisheim und Mühlhausen wetteiferten die Bürger, den Dank des Elsasses abzutragen, und bewillkommneten die gefeierten Gäste mit Böllerschüssen und Ehrenwein.

„Man wird nicht Rühmens müde; man wünscht einander Glück.
Die Zürcherfahrt däucht Allen der Freundschaft Meisterstück.“

Am Donnerstag, den 28. Juni, langten die Eidgenossen, die Straßburger Ehrenherolde an der Spitze, nach einer achttägigen Abwesenheit in ihrer Vaterstadt wieder an. Der Widerglanz der schönen Festtage verbreitete sich noch lange über die hereinbrechende düstere Zeit. Noch trägt ein Haus auf dem alten Weinmarkte zu Straßburg neben der Inschrift BAINS DE SPIRE den altdeutschen Denkspruch:

In der Zit war es volent,
Da die Schwitzer von Zirch gerennt.

Umsonst versuchte ein Römling, den Lobliedern und Erinnerungstafeln gegenüber die republikanischen „Kuhmäuer“ und ihren „Milachprei“ lächerlich zu machen. Mit flammenden Worten widerlegte Fischart in seinem geharnischten Gedichte „Kehrab“ den „neidigen Schwätzer und Ehrverletzer“. Wohl wußte Fischart, daß der oberdeutsche Bund nicht ohne das Reich und das Reich nicht ohne Einigkeit bestehen konnte. Darum erzählte er den Deutschen, was Straßburg und Zürich gethan, „ob’s ihnen möchte zur Witzung werden.“

„Nun, libs Wagschifflin, schiff hinein
In d’Welt; laß dir befohlen seyn
Das gantz Teutschland.“

Diese Warnung verhallte ungehört. Noch im Jahre 1676 kämpften Elsässer und Lothringer, unterstützt von ihren Züricher Bundesgenossen, an den Ufern des Rheins und der Saar gegen die französischen Eroberer. Die eilende oder elende Reichshülf blieb aus; ein Machtspruch Ludwig’s des Vierzehnten entfernte von Straßburg die kleine schweizerische Besatzung, und nun blieb der Meise, unserer berühmtesten Kanone, ihr republikanisches Trutzliedlein im Halse stecken. Aber hundert Jahre später erneuerten Pfeffel und Lavater den oberdeutschen Bund. Ein günstiges Gestirn hatte damals mehrere der tüchtigsten deutschen, schweizerischer und elsässischen Jünglinge zu Straßburg versammelt. Im Jahre 1776 ließen sie als ein noch immer fortdauerndes Denkmal ihres poetischen Zusammenlebens ihre Namen im Innern der Münsterpyramide in den Stein hauen. Ein anderes Denkmal ihres Wirkens war die „Gesellschaft zur Ausbildung der deutschen Sprache“, welcher wir Elsässer es zum Theil verdanken, daß die politische Abtrennung nicht in nationale Entfremdung ausarten durfte. Mit sorgsamer Hand hielt die Dichterfamilie Stöber das unter der Asche glimmende Feuer wach und verherrlichte in poetischen und prosaischen Erzählungen die Züricher Breifahrt. Oft hörte der Verfasser in seiner Knabenzeit die Straßburger sagen: „Das Rheinthal von Zürich bis zur Pfalz, mit Straßburg als Hauptstadt in der Mitte, das wäre ein Paradies auf Erden.“

[527] Damals lebte zweierlei Volk in den Mauern der alten Reichsstadt. Die Einen – ihr Häuflein schmolz mit jedem Jahre zusammen – hielten treu an vaterländischer Sprache und Sitte; die Anderen lockte der fremde Zauber gewaltsam über die Berge. Selbst der wackere Meistersänger Daniel Hirtz begrüßte mit dem vaterländischen Titel „Die glückhaften Schiffe“ die beiden Boote, welche im Juni 1836 die erste Reise von Straßburg nach Paris vollbrachten. Seit dem Staatsstreiche und namentlich kurz vor dem Ausbruche des deutsch-französischen Krieges wurden die freundlichen Verhältnisse der elsässischen Protestanten mit Deutschland und den benachbarten Schweizerstädten in gehässigen Flug- und Fluchschriften denuncirt. Beim Ausbruche des Kampfes wurden die Delegirten der schweizerischen Hülfsvereine theils verdächtigt, theils mit Gefängniß bedroht. Auch das Palladium des oberdeutschen Bundes, der Züricher Breitopf, wurde in der sogenannten Bartholomäusnacht des Jahres 1870 zertrümmert.

Es sollte neues Leben aus den Ruinen erblühen. Plötzlich erschienen die Abgeordneten der Städte Zürich, Bern und Basel in den Mauern der hart geängstigten Stadt und theilten der staunenden Volksmenge den Entschluß der Schweizer mit, allen elsässischen Flüchtlingen, und sollten sie nach Zehntausenden zählen, eine freundliche Herberge zu gewähren. Auf allen Schlachtfeldern Elsaß-Lothringens, in allen durch Kriegsnoth heimgesuchten Städten erschienen die treuen Eidgenossen als Helfer in der Noth mit tröstendem Wort und reichlicher Spende. In dankbarer Erinnerung widmete der elsässische Geschichtschreiber Rathgeber seine „Geschichte der Stadt Straßburg“ den deutschen Schweizerstädten. Unter dem Titel „Gute Nachbarschaft“ wird die Züricher Breifahrt in den Lesebüchern der elsaß-lothringischen Volksschulen erzählt. Seit 1871 erinnert der Name einer Gasse Straßburgs (die Zürcherstraße) an Alles, was die Züricher in Freud und Leid an ihren Bundes- und Stammesgenossen gethan. „Denkt an den 20. Juni 1576! Denkt an den 11. September 1870!“ hieß es in Straßburg, als man eine Collecte für die Ueberschwemmten im oberen Rhonethal eröffnete.

„Die Schweizertreue sei gepriesen,
So felsenfest wie Alpenhöh’n,
So tief wie eure blauen Seen!“

klingt es in den Liedern, die uns zur dritten Säcularfeier der Züricher Breifahrt mitgetheilt wurden. Der Vorschlag eines ultramontanen Deputirten, für die in den Jahren 1376 und 1476 im Kampfe gegen die Engländer (Armagnaken) und Burgunder gefallenen Bürger einen Todtendienst zu halten, fand wenig Anklang bei den Straßburgern. Uns treibt das Herz, am 20. Juni 1876 den treuen Eidgenossen die Bruderhand zu reichen und mit ihnen den Rütlischwur zu wiederholen:

„Ob uns der Strom, ob uns die Berge scheiden
Und jedes Volk sich für sich selbst regieret,
So sind wir eines Stammes doch und Bluts.“