Die deutsche Gesellschaft für Handelsgeographie

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Autor: Alfred Waeldler
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Titel: Die deutsche Gesellschaft für Handelsgeographie
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 36, S. 586–588
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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[586]
Die deutsche Gesellschaft für Handelsgeographie.
Ein Beitrag zum Capitel unserer Auswanderungs- und Colonisationsfrage.


Die vielen geographischen Vereine, welche in den verschiedenen Ländern der alten und neuen Welt seit Jahrzehnten bestehen, bezwecken bekanntlich eine Erweiterung der geographischen Kenntnisse, theils durch Vorträge und Schriften, theils durch Beschaffung pecuniärer Mittel für die Erforschung unbekannter Theile unseres Planeten. Sie haben unstreitig viel für die Wissenschaft geleistet, dagegen zogen sie die praktische Anwendung der Erdkunde auf die Förderung des Handels und der Colonisation weniger in den Bereich ihrer Thätigkeit, ein Mangel, dem man zunächst in Paris abzuhelfen suchte, indem dort im Jahre 1873 verschiedene Mitglieder der Chambres syndicales und der Geographischen Gesellschaft, darunter sehr hervorragende Männer, wie Admiral Baron de la Roncière le Noury, Ferdinand von Lesseps, Delesse, Quatrefages und Andere, zu einem Comité zusammentraten, welches die Gründung einer handelsgeographischen Gesellschaft bewirkte. Von dieser wurde zunächst die Herausgabe von Specialkarten Frankreichs für Industrie, Handel und Ackerbau, von handelsgeographischen Handbüchern und ähnlichen Werken betrieben, überhaupt eine sehr umfangreiche Thätigkeit entwickelt. Lyon, Bordeaux und Marseille folgten zunächst dem gegebenen Beispiele, aber auch in anderen Städten Frankreichs, sowie in Lissabon, Madrid, Antwerpen, Rom, Quebec, St. Gallen etc. entstanden theils selbstständige handelsgeographische Vereine, theils wurden Sectionen für Handelsgeographie in den dort bereits bestehenden geographischen Vereinen gebildet.

Im Jahre 1878 während der Pariser Weltausstellung wurde auf Anregung der Société de géographie von Bordeaux ein internationaler handelsgeographischer Congreß zusammenberufen. Derselbe stand unter der Protection der französischen Regierung und hielt seine Hauptversammlungen im Trocadero-Palast, seine Sectionssitzungen in den Tuilerien ab. Auf demselben waren die Regierungen von Italien, Belgien, Portugal, Norwegen, Rumänien, den centralamerikanischen Republiken und Brasilien, sowie außer den französischen geographischen Gesellschaften und Handelskammern viele geographische Vereine des Auslandes vertreten, unter letzteren die geographischen Vereine von Berlin und Leipzig.

Unter den Berathungsgegenständen des Congresses erwähnen wir nur die Berathungen über die Anlage des Panama-Canals, über die Bildung handelsgeographischer Museen aus den Erzeugnissen aller Länder und Völker, welche damals nahezu vollständig auf der Weltausstellung vertreten waren, sowie einen Bericht des Herrn Brau de Saint Pol-Lias über die von ihm gegründete Société des Colons Explorateurs, welche die Erforschung wenig bekannter Länder mit der Ausbeutung ihrer Naturschätze zu verbinden [587] bestrebt und bereits seit einigen Jahren auf ihrer ersten Niederlassung in der Provinz Deli auf Sumatra thätig ist.

Eine planmäßige Colonisation, wie die genannte Gesellschaft sie beabsichtigt, ist gewiß ein rühmliches und wirthschaftlich wichtiges Unternehmen, und wollte Gott, daß in unserem Vaterlande sich ebenfalls Leute finden möchten, welche dem Beispiele des Herrn Brau de Saint Pol-Lias nacheiferten; denn eine Betheiligung von Deutschen an dem französischen Unternehmen, wie sie der genannte Herr allerdings wünscht, möchte sich doch wohl aus naheliegenden Gründen verbieten.

Wir gedenken schließlich noch eines auf dem Congresse gemachten Vorschlages bezüglich der Einrichtung von Conseils d'emigration in allen Ländern.

Wo wäre ein solcher Auswanderungsrath wohl mehr am Platze, als gerade in Deutschland, dessen starke Auswanderung sich bisher in bedauernswerther Weise zersplittert und völlig derjenigen Leitung entbehrt hat, welche nöthig ist, um sowohl die Wohlfahrt der Auswandernden, wie die wirthschaftlichen Interessen der Heimath in der Weise zu wahren, daß die Arbeit unserer ausgewanderten Landsleute so viel wie möglich dem Vaterlande dienstbar gemacht wird! Leider haben wir in Deutschland bisher vergeblich auf die Ausführung jenes hochwichtigen Vorschlages des Pariser Congresses gewartet.

Wir sehen hier davon ab, die Thätigkeit der ausländischen handelsgeographischen Vereine, sowie die des im vorigen Jahre stattgehabten internationalen handelsgeographischen Congresses zu Brüssel des Näheren zu besprechen; dieser Aufsatz soll sich wesentlich mit der uns zunächst angehenden Wirksamkeit der deutschen Gesellschaft für Handelsgeographie beschäftigen, von deren Begründung die „Gartenlaube“ seiner Zeit ihren Lesern einen kurzen Bericht erstattet hat (vergl. 1879, Nr. 15 unter „Blätter und Blüthen“).

Es bestand schon vor Jahren eine Gesellschaft für Handelsgeographie in Stettin, aber sie widmete sich vornehmlich der Pflege localer Interessen. Wohl sind Männer, wie der rühmlichst bekannte Kartograph Dr. Henry Lange, der kürzlich verstorbene Altmeister der Geographie Professor Wappäus, Dr. E. Friedel, Begründer des märkischen Provinzialmuseums, der Afrikareisende Dr. O. Kersten, Franz Maurer und Andere schon vor vielen Jahren der Frage näher getreten, wie der Ueberschuß unserer Volkskraft, die deutsche Auswanderung, zu Nutz und Frommen des Vaterlandes verwerthet werden könne, aber ihre Bemühungen, den Strom der deutschen Auswanderung in richtige Bahnen zu lenken, blieben erfolglos, ja es wurde ihnen sogar eine hartnäckige und gehässige Opposition bereitet. Erst im letzten Jahrzehnt, nachdem der Milliardenrausch vorüber und der Alp der wirthschaftlichen Krisis immer schwerer auf Handel und Wandel zu lasten begann, wurden die Stimmen lauter und lauter, welche tadelnd beklagten, daß die Regierung des deutschen Reiches der Förderung deutscher Interessen auf dem Gebiete des Welthandels und der Auswanderung zu wenig Aufmerksamkeit zuwende. Als nun gar in den Ländern lateinischer Zunge handelsgeographische Vereine in's Leben gerufen wurden und in dem Pariser Congresse einen Ausdruck ihrer großen wirthschaftlichen Bedeutung fanden, da konnte es auch in Deutschland nicht schwer halten, eine ähnliche, auf dem Princip der Selbsthülfe beruhende Vereinigung anzubahnen und die Ideen zu verwirklichen, welche die ebengenannten Männer seit vielen Jahren angeregt hatten.

Nach langen Vorberathungen, die schon vor dem Pariser Congresse begannen, erfolgte im November 1878 in Berlin die Gründung eines Vereins, für den zunächst die Bezeichnung „Centralverein für Handelsgeographie, Auswanderung und Colonialpolitik“ in Aussicht genommen wurde, der sich aber thatsächlich, nachdem man, um Mißdeutungen vorzubeugen, von diesem Namen Abstand genommen, als „Centralverein für Handelsgeographie und Förderung deutscher Interessen im Auslande“ constituirte. Zum ersten Vorsitzenden desselben wurde Dr. Jannasch, Mitglied des kaiserlichen statistischen Bureaus, zum zweiten Vorsitzenden Dr. Henry Lange und zum Schriftführer Dr. O. Kersten gewählt. Den Statuten zufolge erkennt es der Verein als seine Aufgabe, einen regen Verkehr zwischen den im Auslande lebenden Deutschen und dem Mutterlande anzubahnen und zu unterhalten, sowie über die Natur- und die gesellschaftlichen Verhältnisse der Länder, wo Deutsche angesiedelt sind, Aufklärung zu gewinnen und zu verbreiten. Auf Grund der genommenen Kenntnisse des Auslandes ist er bestrebt, die Auswanderung nach den Ländern zu fördern, welche der Ansiedelung Deutscher günstig sind und in welchen das deutsche Volksbewußtsein sich lebendig zu erhalten vermag. Der Verein hofft durch Errichtung von Handels- und Schifffahrtsstationen die Begründung deutscher Colonien bewirken zu können. Er erkennt in der Förderung der Handelsgeographie eine seiner hauptsächlichsten Aufgaben und unterhält zu diesem Zwecke mit deutschen und ausländischen handelsgeographischen Vereinen einen freundschaftlichen Verkehr.

Zur Erleichterung der Geschäftsführung errichtet der Verein ein ständiges Bureau, welchem, unter Leitung und Mitwirkung des Vorstandes, die Aufgabe zufällt, über deutsche Ansiedelungen im Auslande Auskunft zu ertheilen, über dieselben fortlaufende Berichte zu veröffentlichen, Auswanderern und im Auslande befindlichen Deutschen wirksamen Rechtsschutz zu verschaffen, Auswanderungslustige mit den Schwierigkeiten und Gefahren, welche ihrer harren, bekannt zu machen, Verbindungen für wissenschaftliche, wie Handelszwecke anzubahnen und zu unterhalten, eine Bibliothek anzulegen und zu verwalten, Vorträge zu veranstalten, das Studium der Colonialpolitik anderer Staaten zu veranlassen, insbesondere aber in jeder Weise die Bestrebungen des Vereins zu bethätigen.[1]

Wir brauchen die Wichtigkeit dieser Bestrebungen nicht noch einmal hervorzuheben, die hier mitgetheilten Sätze aus den Statuten sprechen sie deutlich genug aus, und die Erfolge, welche der Verein in der kurze Zeit seines Bestehens errungen, haben ihm bereits einen ehrenvollen Platz unter den geographischen Vereinen Deutschlands gesichert. Aus der Mitgliederliste ersehen wir die Namen sehr hervorragender Männer und Corporationen, die zum Theil mit sehr hohen Beiträgen betheiligt sind und ebenso dem Gelehrten-, dem Militär- und dem Beamtenstande, wie dem Stande der Kaufleute und der Fabrikanten angehören. Nicht allein über ganz Deutschland vertheilen sich die Vereinsmitglieder, deren Gesammtzahl bereits auf circa 1500 gewachsen ist, sondern es giebt deren in den entferntesten Theilen der Erde. In Brasilien bestehen z. B. schon acht Zweigvereine, nämlich in Porto Alegre, Rio Grande, São João de Montenegro, Santa Cruz, Pelotas, Joinville, Santa Leopoldina und Mont-Alverne; in Sidney wurde während der gegenwärtigen Weltausstellung daselbst ebenfalls ein solcher in's Leben gerufen, und manche andere sind in der Gründung begriffen.

Im Leipziger Zweigverein war es, wo ein Mitglied, Herr Dr. E. Jung, welcher mit den australischen Verhältnissen vertraut ist, als der Erste energisch auf die Wichtigkeit der Beschickung der Weltausstellungen von Sidney und Melbourne seitens der deutschen Industrie hinwies, und der Verein beschloß, durch ein von genanntem Herrn zu verfassendes Flugblatt die industriellen Kreise Deutschlands, sowie die Handelskammern für das Project zu interessiren. Der Berliner Centralverein, sowie die Reichstagsabgeordneten Stephani und Witte traten in richtiger Würdigung der Wichtigkeit dieser Angelegenheit energisch für dieselbe ein, und so erfolgte denn seitens der Reichsregierung die Bewilligung von 200,000 Mark für die officielle Beschickung der Ausstellung in Sidney. Ueber 700 deutsche Aussteller betheiligten sich an derselben, und trotz der Kürze der Zeit, welche ihnen bis zur Absendung ihrer Producte verblieben war, haben sie doch so Vorzügliches geleistet, daß der zum Reichscommissar für die australische Weltausstellung ernannte Geheime Rath Reuleaux, dessen hartes Urtheil über Deutschlands Industrie-Erzeugnisse auf der Weltausstellung von Philadelphia noch nicht vergessen ist, melden konnte: „Die Scharte von Philadelphia ist ausgewetzt.“

Auch den politischen und Handelsverhältnissen auf den Samoa- oder Schifferinseln schenkte der Centralverein ein reges Interesse, wozu er besonders durch die Berichte veranlaßt wurde, welche ihm seine Mitglieder Capitain zur See Freiherr von Schleinitz, Capitain-Lieutenant Darmer und Andere, sowie auch der Zweigverein Sidney über jene ferne Inselgruppe zugehen ließen. Auf Grund dieser Berichte, welche sich in den Vereinsschriften veröffentlicht finden, glaubte er die patriotische Pflicht zu haben, für Erhaltung der Godeffroy'schen Plantagenunternehmungen auf den [588] Südsee-Inseln eintreten zu müssen und unterstützte mit allem Nachdruck die darauf hinzielende Regierungsvorlage, die sogenannte Samoavorlage, welche dem diesjährigen Reichstage zur Berathung vorlag. Selbst die Ablehnung derselben seitens des Reichstages hat ihn durchaus nicht entmuthigt; er wird sein Ziel, Deutschlands Handelsbeziehungen zu den Südsee-Inseln und dem australischen Festlande zu sichern und zu erweitern, unbeirrt verfolgen und hat begründete Hoffnung, daß diesem reinpatriotischen Streben die Anerkennung und Betheiligung der Nation für die Dauer nicht vorenthalten bleiben werde.

Einen schätzenswerthen Dienst leistet der Centralverein dem deutschen Handel durch Herausgabe der Wochenschrift „Export“, indem er in derselben die Originalcorrespondenzen von auswärtigen Mitgliedern über die mercantilen Verhältnisse des Auslandes veröffentlicht; daneben widmet er aber auch im genannten Blatte der Auswanderung und Colonisation die nöthige Aufmerksamkeit in Uebereinstimmung mit seinem weiter oben mitgetheilten Programm.

Daß sich gerade in Südbrasilien die meisten Zweigvereine gebildet haben, läßt darauf schließen, daß die dortigen deutschen Colonisten die Bestrebungen des Centralvereins zu würdigen wissen und nach Kräften zu fördern Willens sind. Sie haben freilich oft genug in völliger Uebereinstimmung mit den officiellen Berichten der dortigen deutschen Consulate Zeugniß abgelegt von ihrem Wohlergehen, aber es bisher nicht vermocht, den Widerstand zu brechen, welcher der deutschen Colonisation in Südbrasilien sowohl amtlich, wie von Seiten des Publicums hier in ihrer Heimath bereitet wird. Dies hoffen sie jetzt mit Hülfe des Centralvereins zu erreichen, dem sie eine hierauf bezügliche an den deutschen Reichstag gerichtete Petition zur Uebermittelung an letzteren übersenden werden. Es ist nicht zu leugnen, daß von der brasilianischen Regierung viel, unendlich viel auf dem Gebiete der Colonisation gesündigt worden, und gerade der Centralverein ist eifrigst bestrebt, mit unnachsichtlicher Härte diese Fehler aufzudecken, aber desto mehr wird er für jene urkräftige deutsche Colonisation in Südbrasilien eintreten, welche trotz der Seitens des Staates begangenen Fehler sich zu so hoher Blüthe entwickelt hat und gerade für Deutschlands Handel außerordentlich wichtig geworden ist. Während unsere Volkswirthschaftslehrer die Auswanderung von Deutschen nach den Vereinigten Staaten als einen Totalverlust an unserem Nationalvermögen beklagen, pflegen die nach Ländern romanischer Zunge auswandernden Deutschen Sprache und Sitte der Heimath zu bewahren und Pioniere für deutschen Handel und deutsche Cultur zu werden; wenigstens war dies in Südbrasilien der Fall, wo mit Hülfe der deutschen Colonisation der englische und französische Handel aus dem Felde geschlagen wurde und der deutsche Handel sich eine dominirende Stellung errungen hat. Es liegt dies in der Natur der Sache. Dem überaus praktischen und thätigen Yankee gegenüber ist der schwerfälligere Deutsche – wenigstens auf dem Gebiete des Handels und der Industrie – der Lernende, den romanischen Stämmen Südamerikas gegenüber aber ist er der Lehrende, der Ueberlegene, und die größeren Unterschiede in Sprache und Sitte schließen dort sein Aufgehen im einheimischen Element, den Verlust seiner deutschen Eigenart, den wir an unsern Landsleuten in Nordamerika so tief beklagen, aus.

Was bisher der deutschen Colonisation in Südbrasilien gefehlt hat, das ist eine planmäßige Leitung derselben und ein unausgesetzter Zufluß neuer Arbeitskräfte aus Deutschland. Diese in völliger Unabhängigkeit von der brasilianischen Regierung zu erzielen, wird das Bestreben des Centralvereins und seiner südbrasilianischen Zweigvereine sein, welche letztere insofern der Auswanderung nach dort bereits einen großen Dienst leisten, als sie den Ankömmlingen mit Rath und That zur Seite stehen, damit sie nicht in die Hände eigensüchtiger Speculanten, die es dort wie überall giebt, fallen, sondern wohl untergebracht werden. Auch sind jene Vereine beschäftigt, durch Aussendung von Fragebogen an deutsche Ansiedler eine möglichst eingehende und genaue Statistik zu gewinnen, um demnächst mit der Logik der Zahlen zu beweisen, was deutscher Fleiß in jenem gesegneten Himmelsstriche zu erreichen im Stande ist.

Selbstverständlich wird sich die Thätigkeit des Centralvereins auf dem Gebiete der Colonisation nicht ausschließlich auf Südbrasilien erstrecken, sondern er wird auch andere geeignete Länder berücksichtigen, besonders die im Stromgebiete des La Plata liegenden; doch glaubte er seine Aufgabe gerade dort beginnen zu sollen, wo bereits starke deutsche Gemeinwesen vorhanden waren und sich erfreulich entwickeln, obgleich ihnen bisher nicht die mindeste Theilnahme vom Stammlande zugewendet wurde.

Angesichts des zunehmenden internationalen Verkehrs und der Erweiterung von Deutschlands Handels- und Colonisationsinteressen im Auslande hat der Verein schon häufig Veranlassung genommen, die Nothwendigkeit des Abschlusses von Consularverträgen mit überseeischen Staaten und die Vermehrung der deutschen Berufsconsulate daselbst zu betonen; er wird, soweit überhaupt ein Privatverein derartige der Competenz des Staates unterstellte Angelegenheiten zu fördern vermag, durch Wort und Schrift dafür thätig sein.

Noch haben wir zu erwähnen, daß es dem Centralverein bereits gelungen ist, zu einer Bibliothek und einem handelsgeographischen Museum einen erfreulichen Grund zu legen.

Die deutsche Presse ist dem Berliner „Centralverein für Handelsgeographie und Förderung deutscher Interessen im Auslande“ durchaus freundlich begegnet und hat dessen Bedeutung für die wirthschaftliche Wohlfahrt des Vaterlandes unumwunden anerkannt. Und in der That – es ist aller Grund zu der Hoffnung vorhanden, man werde mit Hülfe der in allen Theilen der Erde lebenden Vereinsmitglieder im Laufe der Zeit ein Institut schaffen, welches für die Entwickelung unseres Geschäftsverkehrs mit fremden Völkern von hoher Bedeutung sein wird.

Alfred Waeldler.



  1. Wir weisen die Aufmerksamkeit unserer Leser auf vorstehenden Passus ganz besonders hin. Möchten sie, im Fall der Eine oder der Andere einmal über Auswanderungs-Angelegenheiten Auskunft zu haben wünscht, das genannte Bureau direct, statt auf dem Wege unserer Vermittlung interpelliren! Uns und ihnen wird damit Zeit gespart werden.
    D. Red.