Die drei Lieder (Uhland)

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Textdaten
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Autor: Ludwig Uhland
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Titel: Die drei Lieder
Untertitel:
aus: Gedichte von Ludwig Uhland, Seite 193
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1815
Verlag: J. G. Cotta’sche Buchhandlung
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Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen
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Quelle: MDZ München = Commons.
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[193]
Die drei Lieder.


In der hohen Hall’ saß König Sifrid:
„Ihr Harfner! wer weiß mir das schönste Lied?“
Und ein Jüngling trat aus der Schaar behende,
Die Harf’ in der Hand, das Schwerdt an der Lende.

5
„Drei Lieder weiß ich; den ersten Sang,

Den hast du ja wohl vergessen schon lang:
Meinen Bruder hast du meuchlings erstochen!
Und aber: hast ihn meuchlings erstochen!

Das andre Lied, das hab’ ich erdacht

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In einer finstern, stürmischen Nacht:

Mußt mit mir fechten auf Leben und Sterben!
Und aber: mußt fechten auf Leben und Sterben!“

Da lehnte er die Harfe wohl an den Tisch,
Und sie zogen Beide die Schwerdter frisch,

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Und fochten lange mit wildem Schalle,

Bis der König sank in der hohen Halle.

„Nun sing’ ich das dritte, das schönste Lied,
Das werd’ ich nimmer zu singen müd:
König Sifrid liegt in seim rothen Blute!

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Und aber: liegt in seim rothen Blute!“