Dreiheiligen (Mündel)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Curt Mündel
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Dreiheiligen
Untertitel:
aus: Volkstümliches aus dem Elsass II, in: Alemannia, Band IX, S. 231–232
Herausgeber: Anton Birlinger
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Adolph Marcus
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Bonn
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA*, Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[231] 3 Dreiheiligen

Südwestlich von Dagsburg oberhalb der Beimbach soll vor alter Zeit ein Dorf gestanden haben, jezt ist an die Stelle ein großer Wald getreten. Dort siht man heute noch, wo die Kirche gestanden hat. Steine, bearbeitet wie Taufstein und Weihwasser-Kessel, ligen noch zerstreut herum. Die Leute aus Walscheid behaupten dort Prozessionen mit Fanen gesehen zu haben. – Den Ort nennt man Dreiheiligen. –

In Warheit befindet sich dort ein großes gallorömisches Grabfeld, Schöpflin sah noch vile aufrechtstehende Denkmäler dort. Der Ort hat auch an die Museen von Zabern, Strassburg und Kolmar vile Altertümer gelifert. Der Taufstein und die Weihwasser-Kessel sind viereckige Steine, mit ausgearbeiteten runden Hölungen in denen die Aschenurnen standen. Ein großer dreieckiger [232] Stein, oftmals mit Ornamenten geziert bedeckte sie. Dise leztern Steine sind die Schlußsteine des Kirchengewölbes wie die Leute glauben.

Vor ganz kurzer Zeit giengen zwei Leute aus Walscheid auf die Dreiheiligen. Sie sahen dort einen spizen dreieckigen Stein auf einem anderen sten. Der eine hob den oberen Teil ab und sagte scherzend, er wolle sehen, ob in der Hölung des ersteren nicht ein Schaz verborgen sei. Stat dessen erblickte er aber eine risige Kröte. Entsezt liess er den Stein fallen und sprang mit seinem Gefärten wie toll den Berg hinab. Nach dem dortigen Glauben war es der Teufel, den sie in diser Tiergestalt erblickt hatten.

Ueber die Kröte als Teufelstier im elsäßischen Glauben vergleiche Stoebers Alsatia 1850, 51–52. Sagen des Elsaßes 244. 248. 346.