Eh Du Mon Dieu, Mon Dieu!

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Textdaten
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Autor: Frank Wedekind
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Titel: Eh Du Mon Dieu, Mon Dieu!
Untertitel:
aus: Erotische Volkslieder aus Deutschland, S. 55–56
Herausgeber: Hans Ostwald
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: [1910]
Verlag: Eberhard Frowein
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Princeton-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
Auch in Sondernummer der Zeitschrift „Bühne und Brettl“ (1903) veröffentlicht
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[55]

Eh Du Mon Dieu, Mon Dieu!

Als ich in Hamburg war, eh du mon dieu, mon dieu,
Als ich in Hamburg war, eh du mon dieu,
     :,: Sah ich ein schönes Kind,
     Voller Liebe war ich toll und blind, sacre di bleu! :,:

5
Ich nahm sie sanft am Arm …

Sie aber schnauzte mich an …
     :,: Meinen Sie denn, ich sei so Eine,
     Machen Sie sich schleunigst auf die Beine … :,:

Doch ich war sehr galant …

10
Doch ich war sehr galant …

     :,: Doch ich war sehr galant,
     Drückte ihr einen Doppeltaler in die Hand … :,:

Sie führt mich vor ihr Haus …
Sie führt mich vor ihr Haus …

15
     :,: Bleiben Sie mal da ein Weilchen stehn,

     Können gleich mit mir auf’s Zimmer gehn … :,:

[56]

Stand wohl zwei volle Stund …
Stand wohl zwei volle Stund …
     :,: Stand wohl zwei volle Stund,

20
     Bis ich steif war wie ein Pudelhund … :,:


Doch da ging’s mir zu lang …
Doch da ging’s mir zu lang …
     :,: Sprang schnell durchs Fenster in das Haus
     Und flog gleich hinten wieder ’raus … :,:

25
Schlug einen Mordsskandal …

Schlug einen Mordsskandal …
     :,: Kamen gleich drei Männer in der Nacht,
     Schleppten mich auf die Hauptmannswacht … :,:

Lag dort in guter Ruh …

30
Lag dort in guter Ruh …

     :,: Lag dort in guter Ruh,
     Zahlte zweiundzwanzig Schilling noch dazu … :,:

So geht’s in Hamburg zu …
So geht’s in Hamburg zu …

35
     :,: Zwei Taler zweiundzwanzig Schilling mußt ich geben,

     Weil ich wollt’ zu einem Mädchen gehen … :,:

Hamburg, du schöne Stadt, eh du mon dieu, mon dieu!
Hamburg, du schöne Stadt, Hamburg ade!
     :,: Hätt ich doch nimmer dich geseh’n,

40
     Wär’ jetzt mein Säckel noch nicht leer, sacre di bleu … :,:


 Volksweise, bearbeitet von Frank Wedekind