Ein Frauenheim

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Titel: Ein Frauenheim
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 26, S. 447
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1894
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[447] Ein Frauenheim. Seit etwas mehr als Jahresfrist hat in der schönen, romantisch gelegenen Stadt Hirschberg in Schlesien ein Haus seine Pforten aufgethan, das in der Kette der gemeinnützigen und wohlthätigen Anstalten unseres Vaterlandes ein wichtiges Glied bildet und darum in den weitesten Kreisen freundliche Beachtung und thatkräftige Unterstützung verdient. Es ist das ein „Frauenheim“, gegründet von Fräulein Marie Brückner, dessen Bestimmung es ist, unbemittelten Witwen, unversorgten alleinstehenden arbeitsunfähigen Damen um geringes Entgelt eine trauliche Heimat zu bieten. Wer es erfahren hat, wie schwer es für vermögenslose Frauen und Mädchen gerade des Mittelstandes ist, ein auch nur annähernd ihrer gewohnten Lebenshaltung entsprechendes Unterkommen zu finden, wie unsäglich hart auf ihnen oft die Sorge um des Lebens Notdurft lastet, der wird das hochherzige Unternehmen der mutigen Schlesierin mit Freuden begrüben und gern dazu mitwirken, es im Geiste seiner Bestimmung weiter auszubilden. Zu dieser Ausbildung gehört u. a. wesentlich auch die Gründung von halben oder ganzen Freistellen. Bis jetzt wird den Bewohnerinnen des Heims ein mäßiger Pensionspreis von 600 Mark im Jahre berechnet, wofür sie in der Regel ein besonderes (unmöbliertes) Zimmer, Anteil an dem für das Zusammenleben bestimmten Raume, gute Hausmannskost, Heizung, Bedienung etc. genießen. Die Begründerin hofft aber, daß es ihr mit der Zeit, wenn erst die auf dem Gebäude lastenden Hypothekenschulden oder deren Zinsen durch einmalige oder jährliche Beiträge freigebiger Menschenfreunde gedeckt sein würden, gelingen werde, neun bis zwölf Freistellen zu errichten. Außerdem hat sie die Einrichtung getroffen, daß sich Damen um den Betrag von 300 Mark ein für allemal einkaufen können, um für Lebenszeit dauernd Wohnung zu besitzen, wobei das Kapital nach dem Ableben der Pensionärin an die Anstalt verfällt. Ueber alles Nähere giebt Fräulein Marie Brückner zu Hirschberg in Schlesien Auskunft, wie sie auch zur Entgegennahme von milden Stiftungen, einmaligen oder jährlichen, gern bereit ist. Das Heim liegt, von Garten umgeben, an einer ruhigen friedlichen Straße und gewährt einen herrlichen Ausblick auf das nahe Gebirge. Möge ihm eine glückliche Zukunft und eine segensreiche Wirksamkeit beschieden sein!