Ein Handbuch der Federviehzucht

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Ein Handbuch der Federviehzucht
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 17, S. 516 d
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1898
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[516 d] Ein Handbuch der Federviehzucht. Seit Jahren hat die Statistik nachgewiesen, daß Deutschland alljährlich große Summen für die Erzeugnisse der Geflügelzucht an das Ausland zahlen muß. In der letzten Zeit haben dieselben die drückende Höhe von rund 90 Millionen Mark jährlich erreicht! Wir zahlen also dem Ausland für Eier, Geflügel und Bettfedern annähernd ebensoviel wie für den Roggen, den wir einführen müssen, um unseren Brotbedarf zu decken. Man hat behauptet, daß Deutschland mit anderen Ländern schwerlich auf diesem Gebiet wetteifern könne, weil unser Klima nicht so günstig sei wie zum Beispiel das von Frankreich oder Italien. Dieser Einwand trifft nicht zu. Dänemark ist in dieser Hinsicht nicht besser gestellt als wir, und doch hat dort durch zielbewußtes Vorgehen die Geflügelzucht in kurzer Zeit einen raschen Aufschwung genommen. Im Jahre 1870 betrug die dänische Ausfuhr nur 11/8 Millionen Eier, aber von da an stieg sie stetig, betrug nach zehn Jahren rund 40 Millionen Eier, und heute hat das kleine Dänemark von seiner Eierausfuhr eine Einnahme von 3 Millionen Mark.

Wir sollten darum die Hände nicht in den Schoß legen, sondern eifrig für die Hebung unserer Federviehzucht sorgen, dem Hühnerhof in unserer Wirtschaft einen weiteren und wichtigeren Platz einräumen. Hier und dort hat man sich bereits aufgerafft und auch, wie zum Beispiel in Baden, gute Erfolge erzielt.

Die wirtschaftliche Geflügelzucht ist allerdings nicht so leicht und einfach, wie man oft zu glauben pflegt. Nur derjenige kann auf dem Markte sich behaupten, der die guten Erfahrungen seiner Vorgänger und Nebenbuhler kennt und sie auch zu verwerten versteht. Auch in der Wahl des Zieles muß eine weise, den Kräften des Züchters angemessene Beschränkung getroffen werden. Wer genügende Mittel zur Verfügung hat, kann zum Beispiel in Bezug auf die Hühner die Zucht im großen betreiben, sich zugleich mit Eierproduktion, Brut, Aufzucht und Mast befassen; wessen Mittel geringer sind, sollte sich die Grenzen enger ziehen. Er wird gut thun, je nach Neigung und vorhandenem Absatz nur einen Teil der Zucht zu betreiben, sich entweder der Eierproduktion, der Aufzucht oder der Mast zu widmen.

Wir werden von Zeit zu Zeit den Besitzern kleinerer und kleinster Wirtschaften praktische Winke für ihren Hühnerhof geben; heute aber möchten wir alle, die ihren Geflügelhof heben wollen, auf ein treffliches Buch aufmerksam machen, das ihnen bei ihrer Arbeit die besten Dienste erweisen wird. Vor etwa 20 Jahren hat der berühmte Kenner des Geflügels Dr. A. E. Baldamus ein „Illustriertes Handbuch der Federviehzucht“ herausgegeben, das allgemeinen Beifall fand und von dessen erstem Teil eine zweite Auflage nötig wurde. Nach dem vor einigen Jahren erfolgten Tode des Verfassers stellte sich die Notwendigkeit heraus, das Buch mit den neuesten Errungenschaften der Federviehzucht in Einklang zu bringen. Der Verlagsbuchhandlung von G. Schönfeld in Dresden ist es gelungen, für diesen Zweck einen der tüchtigsten Fachleute, Otto Grünhaldt, zu gewinnen. Derselbe hat das Werk vollständig umgearbeitet und umgestaltet und darin klar und anschaulich die Federviehzucht als Wirtschaftszweig und als Liebhaberei geschildert. Der erste Band des reich illustrierten Werkes behandelt die Hühnervögel, während der zweite sich mit den Tauben und dem Wassergeflügel befaßt.