Ein Redakteur in Californien

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Ein Redakteur in Californien
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 45, S. 606
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1855
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[606] Ein Redakteur in Californien. Nach den Bekenntnissen eines von Californien zurückkehrenden Redacteurs ist das Leben eines solchen im Goldstaate etwas mannigfaltiger als hier. Sein tägliches Leben ist ungefähr folgender Weise.

Früh um zehn Uhr steht er auf, wäscht sich, steckt einen Revolver und einen Dolch ein und geht nach der Restauration zum Frühstück. Dort werden ihm einige Dummköpfe, Betrüger etc. an den Kopf geworfen, er fragt nach der Herren Wohnung, und bemerkt, er werde ihnen eine Forderung schicken.

In der Officin angekommen, nimmt er von einigen Ries frisch gedruckter Formulare (zum auf Pistolen oder Gewehre fordern) zwei, füllt sie aus und sendet sie an die Herren zum Frühstück. Die Thüre wird geöffnet, und herein tritt ein sechs Fuß langer Mann mit Hundepeitsche und Revolver bewaffnet, er fragt unsern Mann, ob er der Redacteur sei, und bemerkt, er habe ihn in der gestrigen Nummer beleidigt. Der Redacteur haut ihn über den Kopf und wirft ihn die Treppe hinunter.

Der Redacteur schreibt einen Artikel über die abnehmende Duellsucht. Nach Beendigung besinnt er sich, daß er um zwei Uhr ein Duell hat. Er geht zum Duellplatz und schießt seinen Gegner nieder. Auf dem Rückwege kommt er an einen Volkshaufen, der sich um zwei sich Schießende versammelt, ihm wird die Stiefelhacke abgeschossen, er bewundert die Geschicklichkeit und geht weiter nach seiner Officin. Jetzt vergeht der Nachmittag ohne Unterbrechung in Langeweile. Abends verläßt er seine Officin; es ist dunkel, in einer Nebenstraße überfallen ihn drei Männer. Er schießt zwei über den Haufen, dem dritten schlägt er ein Loch in den Kopf, und sie lassen ihn jetzt ruhig passiren.

Das ist ein Durchschnittstag.