Ein französischer Gefangener angeblich noch in Deutschland

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Ein französischer Gefangener angeblich noch in Deutschland
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 39, S. 644
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1880
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[644] Ein französischer Gefangener angeblich noch in Deutschland! Während der Vorbereitungen zum diesjährigen Sedanfeste circulirte in militärischen Kreisen Dresdens der Brief einer französischen Frau mit der Aufschrift: „A Monsieur L'Aumônier de Mr. le Directeur de la Forteresse de Dresde.“ Obgleich ein solcher Adressat in Dresden nicht existirte, hielt man sich doch militärischerseits für verpflichtet, den Brief zu öffnen. Derselbe enthält die ergreifende Klage einer französischen Soldatenfrau über das grausame Schicksal, das sie betroffen: ihr Gatte ist aus dem Kriege von 1870 und 1871 nicht zurückgekehrt, und ein sehr bestimmt auftretendes Gerücht sagt ihr, er sei noch immer in der Festung Dresden internirt. Sie beschwört nun den „aumônier“ in den beweglichsten Worten, ihrer zehnjährigen Qual ein Ende zu machen und ihr Auskunft über ihren Mann zu geben. Der Brief ist aus Vezins (Departement Maine-Loire) datirt und „Madame Poislâne“ unterschrieben. Der Name des gesuchten Mannes ist: Alphonse Poislâne.

Wenn wir bedenken, wie lange bei uns der Glaube festgehalten wurde, daß Tausende unserer nach den Kriegsberichten „Vermißten“ als deutsche Gefangene in Algier zurückgehalten würden, werden wir es einer trauernden Französin nicht verargen, wenn sie einen ähnlichen Verdacht gegen Deutschland hegt. Eine sichere Nachricht vom Tode ihres Gatten würde auch sie beruhigen. Man hat von Dresden aus die Hülfe der „Gartenlaube“ für Madame Poislâne in Anspruch genommen – und so bitten wir denn unsere Leser: sollte eine Kunde über den Verbleib jenes französischen Gefangenen ihnen zukommen, uns dieselbe mitzutheilen. Es wäre schön, wenn hier der versöhnliche Geist sich bethätigen könnte, den wir für unsere westlichen Nachbarn hegen.