Eine Eisenbahn unter dem Polarkreise

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Titel: Eine Eisenbahn unter dem Polarkreise
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 13, S. 419
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1890
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[419] Eine Eisenbahn unter dem Polarkreise. Hoch im Norden von Schweden, schon jenseit des Polarkreises, findet sich auf unseren Karten der Eisenberg Gellivara verzeichnet. 400 m, nach anderen Angaben 560 bis 580 m hoch und etwa den Raum einer deutschen Geviertmeile einnehmend, harrt hier ein ungeheurer Schatz von reinem Eisenerz der Bergung durch die menschliche Hand. Kein kunstreicher Schacht, kein Stollen ist hierzu erforderlich: das Erz braucht einfach so, wie es zu Tage liegt, abgegraben zu werden. Man hat berechnet, daß die Tonne an Ort und Stelle nur auf etwa 2 Mark zu stehen kommt. Für deutschen Eisenstein zahlt man gegenwärtig etwa 9 bis 14 Mark.

Zur Hebung und Verwerthung jener Schätze hatte eine englische Aktiengesellschaft eine Eisenbahn zu bauen unternommen, die sich in einer Länge von 192 km von dem schwedischen Hafenplatze Lulea an der nördlichsten Ausbuchtung des Bosnischen Meerbusens im Thale des Luleaflusses hinauf vorläufig bis zum Gellivara erstreckt und die Beförderung der Erze vom Fundorte unmittelbar auf die Seeschiffe im großen Maßstabe zu vermitteln bestimmt ist. Es ist beabsichtigt, die „Lulea-Ofotenbahn“ an zwei weiteren nicht minder bedeutenden Erzbergen, dem Kurinavara und dem Luosavara, vorbei über das Kjölengebirge durch norwegisches Gebiet bis zum tief eingebuchteten Ofoten-Fjord am Atlantischen Ocean weiterzuführen – von Meer zu Meer.

Neuerdings ist nun aber die englische Gesellschaft in Geldverlegenheit gerathen und hat den Bau vor seiner Vollendung einstellen müssen. Unterhandlungen behufs Uebernahme der Bahn auf den schwedischen Staat sind für den auf schwedischem Gebiet liegenden Theil im Gange, und ohne Zweifel wird Norwegen seinerseits das ihm zugehörige Stück erwerben, so daß die Fertigstellung der ganzen Bahnstrecke im Laufe der Zeit nicht in Frage steht.