Eine Supplik an den großen Kurfürsten

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Textdaten
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Autor: unbekannt
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Titel: Eine Supplik an den großen Kurfürsten
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 4, S. 64
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1866
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung: Bittschrift an Friedrich Wilhelm von Brandenburg
Blätter und Blüthen
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[64] Eine Supplik an den großen Kurfürsten. (Wortgetreu nach dem Original.)

Hochwürdigster, durchlauchtigster,
Großmächtigster und Allerunüberwindlichster,
Hochgeehrtester Herr Churfürst!

Treue Dienste geben treuen Lohn, sagt der Haushalter Sirach im 5ten Capitel. Euch thu ich hiermit zu wissen, daß der Kirchendienst zu Länkewitz anitzo ledig ist, und ich zu solchen Dienste sehr wohl geschickt bin, und wenn Eure Großmächtigkeit meine Person sehen und singen hören sollten, würden sie sagen: der Kerl ist bei meiner Seele mehr werth, als daß er Küster sein soll; er könnte wohl predigen. Daß aber unser Schulze, der Hunsvott, mir feind ist, das macht daß meine Frau eben so einen rothen Rock hat, als des Schulzen seine Frau, und wann ich den Dienst erst haben werde, so mir schon gewiß genug ist, will ich meiner Frau noch einen bessern Rock machen lassen, als des Schulzens seine hat, es mag den Hunsvott verdrießen oder nicht; und wann ich das Primarium kriege, muß es unser Schulze nicht wissen, sonst stößt ers wieder um. Ich verlasse mich ganz gewiß dazu, und verbleibe

Länkewitz, den 15. Februar 1688.
Hans Henkel.
Decret. Supplicanten werden nach abgelegter Probe sechs Ducaten bewilligt, und wenn er tauglich befunden wird, soll er den Dienst ohne Einwendung des Schulzen haben.
Friedrich Wilhelm, Churfürst.