Eine Zigeunerkönigin

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Eine Zigeunerkönigin
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 9, S. 147,148
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[147] Eine Zigeunerkönigin. Wir kennen in Europa Zigeunermütter und Zigeunerhauptleute, und sei es auch nur aus der „Preciosa“: in Nordamerika giebt es aber eine Zigeunerkönigin, und nicht etwa bloß auf den weltbedeutenden Brettern. Auch hat dort vor Kurzem ein Thronwechsel stattgefunden. Unweit Jackson in Mississippi ist Mrs. Emma Stanley, die Königin aller amerikanischen Zigeuner, am 30. December 1886 gestorben, und da die Würde der Königin erblich ist, so folgt auf Königin Emma deren jüngere Schwester, Lucy Stanley, ein junges, hübsches und sehr gebildetes Mädchen, das bisher auf seiner Farm bei Evansville in Indiana lebte und auch fernerhin dort ihren Wohnsitz aufschlagen wird. Alle Zigeunerstämme, die das Land durchziehen, huldigten der neuen [148] Königin. Ihre hohe Würde ist indeß keineswegs ein bloße Sinekure. Sie ordnet die Wanderzüge der Zigeuner an, die sich nach bestimmten Regeln bewegen, und zwar im Sommer in den nördlichen, im Winter in den südlichen Staaten; sie schlichtet alle Streitigkeiten zwischen den einzelnen Gruppen und übt eine große Macht aus über alle Angehörigen ihres Stammes. Sie darf indeß nach der Neigung ihres Herzens heirathen, auch wenn der Erwählte kein Zigeuner ist: dann verlieren jedoch ihre weiblichen Nachkommen die Anwartschaft auf die Würde und Macht der Königin.