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| Autor: |
Friedrich Hölderlin
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| Illustrator: |
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| Titel: |
Einer abwesenden Freundin
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| Untertitel: |
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| aus: |
Taschenbuch von der Donau. Auf das Jahr 1824, S. 227–228
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| Herausgeber: |
Ludwig Neuffer
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| Auflage: |
1. Auflage
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| Entstehungsdatum: |
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| Erscheinungsdatum: |
1823
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| Verlag: |
Stettinische Buchhandlung
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| Drucker: |
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| Erscheinungsort: |
Ulm
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| Übersetzer: |
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| Originaltitel: |
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| Originalsubtitel: |
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| Originalherkunft: |
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| Quelle: |
Exemplar der HAAB Weimar auf Commons
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| Kurzbeschreibung: |
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| Eintrag in der GND: {{{GND}}}
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| Bild
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Einer abwesenden Freundin.
(1794.)
Wenn vom Frühling rund umschlungen,
Von des Morgens Hauch umweht,
Trunken nach Erinnerungen
Meine wache Seele späht;
5
Wenn, wie einst am fernen Heerde,
Mir so süß die Sonne blinkt,
Und ihr Strahl ins Herz der Erde
Und der Erdenkinder dringt;
Wenn, umdämmert von der Weide,
10
Wo der Bach vorüber rinnt,
Tief bewegt von Leid und Freude,
Meine Seele träumt und sinnt;
Wenn im Haine Geister säuseln,
Wenn im Mondenscheine sich
15
Kaum die stillen Teiche kräuseln,
Schau ich oft und grüße dich.
Edles Herz, du bist der Sterne
Und der schönen Erde werth,
Bist es werth, so viel die ferne,
20
Nahe Mutter uns beschert;
Denn mit deiner Liebe lieben
Schönes Auserwählte nur,
Denn du bist ihr treu geblieben,
Deiner Mutter, der Natur. –
25
Der Gesang der Haine schalle,
Froh, wie du, um deinen Pfad;
Sanft bewegt vom Weste, walle,
Wie dein friedlich Herz, die Saat!
Deine liebste Blüthe regne,
30
Wo du wandelst, auf die Flur;
Wo dein Auge weilt, begegne
Dir das Lächeln der Natur!
Oft im stillen Tannenhaine,
Webe dir ums Angesicht
35
Seine zauberische, reine
Glorie das Abendlicht!
Deines Herzens Sorgen wiege
Drauf die Nacht in süße Ruh,
Und die freie Seele fliege
40
Liebend den Gestirnen zu.
Hölderlin.