Elektrische Kraft Hertz:096

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Heinrich Hertz: Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft
Seite 96
<< Zurück Vorwärts >>
De Elektrische Kraft Hertz 096.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.


[96]

5. Zwei elektrische Schwingungen.


Funkenlänge von 4 mm. Offenbar ist hier und die Funkenlänge durch die Formel dargestellt. Die Linie a3 a’3 steht wieder senkrecht auf der Richtung der elektrischen Kraft. Nähern wir den Kreis weiter der Mitte der primären Schwingung, so wächst über hinaus. Der Ausdruck wird dann für keinen Werth von mehr Null, sondern geht zwischen dem Maximalwerth und dem Minimalwerth hin und her. So zeigt denn auch der Versuch in den fraglichen Lagen des Kreises keine Punkte der Funkenauslöschung mehr, sondern nur Maxima und Minima der Funken. In der Lage IV haben wir in a4 eine Funkenlänge von 5,5 mm, in a’4 eine Länge von 1,5 mm. In der Lage V haben wir in a5 eine Funkenlänge von 6 mm, in a’5 eine solche von 2,5 mm[1], in den mittleren Punkten mittlere Längen. Die Verbindungslinie aa’ dreht sich beim Uebergang aus der Lage III in die Lage V schnell aus der zur primären Strömung parallelen in die zu derselben senkrechten Richtung, bleibt also stets angenähert senkrecht zur Richtung der elektrischen Kraft.

     In den zuletzt erwähnten Lagen verdanken die Funken im wesentlichen der Inductionskraft ihre Entstehung. Es war also kein Fehler, wenn ich in meiner ersten Arbeit die Erscheinung in diesen Lagen als eine Inductionswirkung ansprach. Gänzlich unabhängig von elektrostatischen Ursachen ist die Funkenbildung indessen auch in diesen Lagen nur dann, wenn wir die Funkenstrecke in die mittlere Lage zwischen Maximum und Minimum bringen, woselbst gleich Null wird.

Die übrigen Lagen des secundären Kreises.

     Diejenigen Lagen, welche wir noch nicht besprochen haben, und in welchen der secundäre Kreis geneigt ist gegen die Horizontalebene, lassen sich als Uebergangszustände zwischen den besprochenen Lagen auffassen. Ich habe keine Erscheinungen bemerkt, welche sich nicht in den Rahmen der gegebenen Theorie fügten, wohl aber Bestätigungen der Theorie gefunden. Betrachten wir nur einen Fall. Der Kreis liege zunächst in der Horizontalebene in der Lage V, und die Funkenstrecke liege der


  1. In diesen Lagen muss der secundäre Funken vor dem Licht des primären Funkens geschützt werden, wenn der Versuch rein sein soll.