Elektrische Kraft Hertz:129

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Heinrich Hertz: Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft
Seite 129
<< Zurück Vorwärts >>
De Elektrische Kraft Hertz 129.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.


[129]

7. Ueber die Ausbreitung elektrodynamischer Wirkungen.


beider Intervalle sich einander ohne Sprung anschliessen werden, und wir finden unsere Erwartung bestätigt. So erhalten wir nunmehr durch Nebeneinanderstellung der Zeichen die folgende Tafel für die Interferenz der elektrodynamischen Kraft mit der Wirkung der Drahtwellen:

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
100 o o o + + + + + o
250 o + + + + + o o o o
400 + + + + o o o o o

     Auf diese Tafel gründe ich die folgenden Schlüsse:

     1. Die Interferenz wechselt nicht nach je 2,8 m ihr Vorzeichen. Also breiten sich die elektrodynamischen Wirkungen nicht mit unendlicher Geschwindigkeit aus.

     2. Die Interferenz aber ist auch nicht in allen Punkten in gleicher Phase. Also breiten sich die elektrodynamischen Wirkungen durch den Luftraum auch nicht mit derselben Geschwindigkeit aus, wie die elektrischen Wellen in Drähten.

     3. Eine allmähliche Verzögerung der Wellen im Draht bewirkt, dass eine bestimmte Phase der Interferenz gegen den Ursprung der Wellen hin wandert. Aus dieser Richtung der Wanderung folgt, dass von den beiden verschieden schnellen Ausbreitungen die Ausbreitung durch den Luftraum die schnellere ist. Denn wenn wir durch Verzögerung einer der beiden Wirkungen das Zusammentreffen beider früher herbeiführen, so haben wir die langsamere verzögert.

     4. In Abständen von je etwa 7,5 m geht das Vorzeichen der Interferenz in das entgegengesetzte über. Nach Durchlaufung von je 7,5 m überholt daher die elektrodynamische Wirkung je eine Welle im Drahte. Während erstere die 7,5 m zurücklegte, hat letztere 7,5 – 2,8 = 4,7 m zurückgelegt. Das Verhältniss beider Geschwindigkeiten ist daher 75 : 47, und die halbe Wellenlänge der elektrodynamischen Wirkung im Luftraum 2,8 × 75 / 47 = 4,5 m. Da diese Strecke in 1,4 hundertmilliontel Secunden zurückgelegt wird, so ergiebt sich die absolute Geschwindigkeit der Ausbreitung durch die Luft zu 320 000 km in der Secunde. Diese Angabe gilt nur der Ordnung nach, doch