Elektrische Kraft Hertz:135

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Heinrich Hertz: Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft
Seite 135
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8. Ueber elektrodynamische Wellen im Luftraume.


festigt; dasselbe wurde durch Drähte mit den Gasleitungen und einer nahen Wasserleitung in Verbindung gesetzt, insbesondere wurde Sorge getragen, dass von dem oberen und unteren Ende des Blechs die sich daselbst etwa ansammelnde Elektricität möglichst frei abfliessen konnte.

     Gegenüber der Mitte dieser Wand in 13 m Abstand von derselben, also in 2 m Abstand von der Gegenwand wurde der primäre Leiter aufgestellt. Es war derselbe Leiter, welcher bei den früheren Versuchen über die Ausbreitungsgeschwindigkeit gedient hatte. Die Richtung des leitenden Drahtes wurde jetzt vertical gestellt, es schwanken dann auch die in Betracht kommenden Kräfte in verticaler Richtung auf und ab. Der Mittelpunkt des primären Leiters lag 2,5 m über dem ebenen Fussboden; in gleicher Entfernung über demselben wurden auch die Beobachtungen angestellt, indem in entsprechender Höhe aus Tischen und Brettern ein Gang für den Beobachter hergestellt war. Eine von dem Mittelpunkt des primären Leiters auf die spiegelnde Fläche gefällte Senkrechte nennen wir das Einfallsloth. Unsere Versuche beschränken sich auf die Nähe desselben; Versuche bei einem grösseren Einfallswinkel würden sich compliciren durch die Rücksicht, welche auf die verschiedene Polarisation der Wellen zu nehmen wäre. Eine Verticalebene, welche dem Einfallsloth parallel liegt, ist in unseren Versuchen als eine Schwingungsebene, eine zum Einfallsloth senkrechte Ebene als eine Wellenebene zu bezeichnen.

     Der secundäre Leiter war der ebenfalls schon früher benutzte Kreis von 35 cm Radius. Er war in sich selbst drehbar auf einer Axe befestigt, welche durch seinen Mittelpunkt ging und senkrecht auf seiner Ebene stand. Diese Axe lag in den Versuchen horizontal; sie war in einem Holzgestell so befestigt, dass sie mitsammt dem Kreise um eine verticale Axe gedreht werden konnte. Es genügt freilich für die meisten Versuche, dass der Beobachter den in seinem isolirenden Holzgestell befestigten Kreis in der Hand halte und ihn so auf das bequemste in die verschiedenen Lagen bringe. Allein da der Körper des Beobachters immer ein wenig Einfluss hat, müssen die so erhaltenen Beobachtungen durch Beobachtungen aus grösserem Abstand controlirt werden. Die Funken sind auch kräftig genug, um im Dunkeln aus einer Entfernung von mehreren Metern ge-