Elektrische Kraft Hertz:147

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Heinrich Hertz: Untersuchungen über die Ausbreitung der elektrischen Kraft
Seite 147
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9. Die Kräfte elektrischer Schwingungen, behandelt nach der Maxwell’schen Theorie.
(Wiedemanns Ann. 36. p. 1. 1888.)




     Die Ergebnisse der Versuche, welche ich über schnelle elektrische Schwingungen angestellt habe, scheinen mir der Maxwell’schen Theorie ein Uebergewicht über die anderen Theorien der Elektrodynamik zu verleihen. Gleichwohl habe ich der ersten Deutung jener Versuche ältere Anschauungen zu Grunde gelegt, indem ich die Erscheinungen zum Theil zu erklären suchte aus dem Zusammentreffen der elektrostatischen und der elektrodynamischen Kraft. Der Maxwell’schen Theorie in reiner Entwickelung ist ein derartiger Unterschied fremd. Ich wünsche deshalb gegenwärtig zu zeigen, dass auch auf Grund der Maxwell’schen Theorie die Erscheinungen gedeutet werden können, ohne jene Trennung einzuführen. Gelingt dieser Versuch, so ist damit die Frage nach der besonderen Ausbreitung der elektrostatischen Kraft als bedeutungslos in Maxwell’s Theorie von selbst erledigt.

     Auch abgesehen von dem besonderen Zwecke ist ein näherer Einblick in das Spiel der Kräfte um eine geradlinige Schwingung nicht ohne Interesse.

Die Formeln.

     Wir haben es im Folgenden fast allein mit den Kräften im freien Aether zu thun. Es seien also in demselben X, Y, Z die Componenten der elektrischen Kraft nach den Coordinaten der x, y, z,[1], es seien L, M, N die entsprechenden Componenten der


  1. Denken wir uns im Nullpunkt des Coordinatensystems auf der x y Ebene stehend. Geht alsdann die Richtung der positiven x von uns aus nach vorn, der positiven z nach oben, so möge die Richtung der positiven y nach rechts gehen. Ohne diese Festsetzung würde das Vorzeichen der elektrischen und magnetischen Kräfte in den folgenden Gleichungen nicht die conventionelle Bedeutung behalten.
    [WS: Die auf der nächsten Seite fortgesetzte Fußnote wurde auf dieser Seite vervollständigt.]