Emil Rittershaus (Die Gartenlaube 1886/24)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: G.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Emil Rittershaus
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 24, S. 424
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1886
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[424] Emil Rittershaus, der beliebte Sänger aus dem Wupperthal, bringt sich den zahlreichen Freunden seiner Muse von Neuem in willkommene Erinnerung. Nicht nur sind seine „Neuen Gedichte“ (Leipzig, Ernst Keil’s Nachfolger) in fünfter, vermehrter und verbesserter Auflage erschienen, ein schöner Erfolg in der heutigen, der lyrischen Muse allzusehr abgewendeten Zeit; auch eine neue Sammlung: „Das Buch der Leidenschaft“ (Oldenburg, Schulze’sche Buchhandlung) hat Emil Rittershaus so eben herausgegeben. Hier sind zum Theil Töne angeschlagen, welche bisher dem Sänger der schlichten Empfindung und des patriotischen Aufschwungs ferner lagen. Die größere Hälfte der Sammlung besteht allerdings aus Liebesgedichten der Jugendzeit – und hier ist Alles schlicht und innig, in liederartigen Klängen austönend, bisweilen in eine wehmüthige Beleuchtung gerückt. Dieser Abschnitt macht den Eindruck einer lyrischen Nachlese, wobei auch manches weniger Hervorragende mit aufgenommen wird, weil es für den Dichter selbst ein pretium affectionis besitzt, ihm ans Herz gewachsen ist. Dagegen sind die „Bilder“ mehr in düstere Farben getaucht: die Nacht- und Schattenseiten der Empfindung und der Leidenschaft treten vor uns hin. Haß und Rache, zerstörtes Leben, zertrümmertes Liebesglück. Des Dichters Eigenart hat keinen dämonischen Zug, der sonst leicht zu Ausschreitungen und Ueberschwenglichkeiten verführt. Davon hält sich unser Dichter frei, indem er auch bei solchen Schilderungen ein anmuthiges Maß bewahrt.

G.