Epilog (Die Nordsee 1827)

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« Im Hafen Buch der Lieder (1827)
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Textdaten
Autor: Heinrich Heine
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Titel: Epilog
Untertitel:
aus: Buch der Lieder, Die Nordsee, Zweiter Cyklus, S. 371–372
Herausgeber:
Auflage: 1
Entstehungsdatum: 1825–1826
Erscheinungsdatum: 1827
Verlag: Hoffmann und Campe
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Erscheinungsort: Hamburg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans der Ausgabe 1827 auf den Commons
Kurzbeschreibung:
Hiermit endet das „Buch der Lieder“.
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[371]

X.

Epilog.

     Wie auf dem Felde die Weizenhalmen,
So wachsen und wogen im Menschengeist
Die Gedanken.
Aber die zarten Gedanken der Liebe

5
Sind wie lustig dazwischenblühende,

Roth’ und blaue Blumen.

Roth’ und blaue Blumen!
Der mürrische Schnitter verwirft Euch als nutzlos,
Hölzerne Flegel zerdröschen Euch höhnend,

10
Sogar der hablose Wanderer,

Den Eu’r Anblick ergötzt und erquickt,
Schüttelt das Haupt,
Und nennt Euch schönes Unkraut.
Aber die ländliche Jungfrau,

15
Die Kränzewinderin,

[372] Verehrt Euch und pflückt Euch
Und schmückt mit Euch die schönen Locken,
Und also geziert, eilt sie zum Tanzplatz,
Wo Pfeifen und Geigen lieblich ertönen,

20
Oder zur stillen Buche,

Wo die Stimme des Liebsten noch lieblicher tönt
Als Pfeifen und Geigen.