Epilog zum Kriege

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Textdaten
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Autor: Georg Herwegh
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Titel: Epilog zum Kriege
Untertitel:
aus: Vorwärts
Herausgeber: Rudolf Lavant
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1886
Verlag: Verlag der Volksbuchhandlung in Hottingen
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Erscheinungsort: Zürich
Übersetzer:
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Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons,
S. 422–423
Kurzbeschreibung:
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               Epilog zum Kriege.
                    Februar 1871

Germania, der Sieg ist dein!
Die Fahnen wehn, die Glocken klingen,
Elsaß ist dein und Lotharingen;
Du sprichst: „Jetzt muß der Bau gelingen,

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Bald holen wir den letzten Stein.“


Gestützt auf deines Schwertes Knauf,
Lobst du in frommen Telegrammen
Den Herrn, von dem die Herren stammen,
Und aus Zerstörung, Tod und Flammen

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Steigt heiß dein Dank zum Himmel auf.


Nach vier und zwanzig Schlachten liegt
Der Feind am Boden, überwunden;
Bis in die Stadt voll Blut und Wunden,
Die keinen Retterarm gefunden,

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Brichst du dir Bahn – du hast gesiegt!


Schwarz, weiß und roth! um ein Panier
Vereinigt stehen Süd und Norden;
Du bist im ruhmgekrönten Morden
Das erste Land der Welt geworden:

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Germania, mir graut vor dir!


Mir graut vor dir, ich glaube fast,
Daß du, in argen Wahn versunken,
Mit falscher Größe suchst zu prunken
Und daß du, gottesgnadentrunken,

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Das Menschenrecht vergessen hast.


Schon lenkt ein Kaiser dich am Zaum,
Ein strammer, strenger Szepterhalter.
Hofbarden singen ihre Psalter
Dem auferstandnen Mittelalter,

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Und neun und achtzig*)[1] wird ein Traum.


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Ein Traum? Du sahst wie Frankreich fiel

Durch einen Cäsar, sahst die Sühne
Vollzogen auf der Schreckensbühne –
Deutschland, gedeihe, wachse, grüne

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Geläutert durch dies Trauerspiel!

  1. 1789. Französische Revolution.