Erguß im Liede

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Autor: Gustav Schwab
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Titel: Erguß im Liede
Untertitel:
aus: Wünschelruthe - Ein Zeitblatt. Nr. 10, S. 39.
Herausgeber: Heinrich Straube und Johann Peter von Hornthal
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1818
Verlag: Vandenhoeck und Ruprecht
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Erscheinungsort: Göttingen
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Quelle: Scans auf Commons
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Erguß im Liede.
1811.




Vor meinem Auge flieht das deine,
Verbeutst du deiner Hand die meine,
Und meinen Lippen deinen Mund?
So fahrt denn wohl, ihr süßen Blicke,

5
Ihr weichen, seel’gen Händedrücke,

Und du der Lippen heil’ger Bund!

Laß alles müssige Verlangen,
Und was du immer kannst erlangen,
Vertrau dem Griffel, arme Hand!

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Und was du klagend aufgeschrieben,

Dran sollen sich die Augen üben,
Aus ihrem Angesicht verbannt.

Der Mund, nicht schmachtend mehr nach Küssen,
Singt dann in traurigen Ergüssen

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Was Hand geschrieben, Auge liest.

So nähren sich Mund, Blick und Hände
Von der Erinnrung trüber Spende,
Die ewig aus dem Herzen fließt.

Und kommt das arme Lied am Ende

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Ihr vor das Aug’ und in die Hände,

Vielleicht gar auf den holden Mund: -
Wer weiß, ob nicht in Reuethränen
Ihr Aug’ sich meinem wird versöhnen,
Und Lipp’ und Hand und Herz gesund?

Gustav Schwab.