Erich Rosen

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: A. Schwartz
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Erich Rosen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 36, S. 583
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1870
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[583] Erich Mosen. Die Gartenlaube hat dem Andenken unseres allverehrten Julius Rosen so manchen Artikel gewidmet; es wird ihr auch nachstehende Mittheilung über dessen Sohn Erich, in dem des Dichters echt deutscher, vaterlandsbegeisterter Geist so herrlich fortlebte, willkommen sein.

Am 24. August traf die in Oldenburg lebende Mutter die Trauerbotschaft von dem Tode des geliebten Sohnes. Er starb am 16. August in der Schlacht bei Mars la Tour den Heldentod für das Vaterland – durch einen Schuß in den Unterleib erfolgte der sofortige Tod. Ein lieber Freund, der Vicefeldwebel Brunsmann aus Oldenburg, drückte ihm auf dem Schlachtfelde die Augen zu und schickte an die schwergeprüfte Mutter seine Hinterlassenschaft: eine Brieftasche, welche unter Anderm seine beiden Medaillen aus dem Mainfeldzuge enthielt, eine Rettungsmedaille, die dem fünfzehnjährigen Gymnasiasten E. Mosen vom Großherzoge von Oldenburg wegen Rettung zweier ertrinkender Kinder aus dem Wasser verliehen wurde, ein Lorbeerblatt aus einem Kranze des dahingeschiedenen geliebten Vaters, und einen Zettel, auf welchem der Abschiedsgruß stand, den die Eltern im Jahre 1866 ihrem als Freiwilligen in’s Feld rückenden Sohne mitgegeben:

„Junger Soldat, mit Herz und Hand
Eile zu retten das Vaterland!
Doch kehre auch mit altem Glück
In das Vaterland zurück!

Oldenburg, 15. Juli 1866.  Julius Rosen.“

„Du weißt Alles, wie mein Herz dich umschließt.

 Deine treue Mutter.“

In dem Begleitschreiben des Freundes heißt es: „Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, daß ein jeder, der Ihren Sohn gekannt hat, von vornherein dessen gewiß ist, daß Erich Rosen, wenn er fallen mußte, tapfer in den ersten Reihen, seinem Zuge vorangehend, fallen würde. Sie nicht allein, sondern ganz Deutschland verliert einen Sohn, der beiden Theilen schon viel genützt hat, viel mehr aber noch in Zukunft genützt haben würde.“

Die letzten Zeilen sprechen leider nur allzuwahr. Rosens ehrliche und unermüdliche Bestrebungen, namentlich auf volkswirthschaftlichem und socialem Gebiete, sind in breiten Kreisen bekannt; sein tapferes, todesmuthiges Herz hieß ihn sogleich wieder als Freiwilliger in den heiligen, deutschen Krieg ziehen. Er fand darin den frühen Heldentod – „Treu bis zum Tode der deutschen Nation!“ – Ehre seinem Andenken!

A. Schwartz.