Finish

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Autor: Kurt Tucholsky
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Titel: Finish
Untertitel:
aus: Mit 5 PS Seite 373-376
Herausgeber:
Auflage: 10. – 14. Tausend
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1928
Verlag: Ernst Rowohlt
Drucker: Herrosé & Ziemsen
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Erstdruck in: Weltbühne, 29. März 1927
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FINISH
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Früher, wenn mal etwas Komisches war:
ein Rednerschwupper an Thron und Altar,
der Kindermund eines Generals,
der Duft eines Reichsgerichtsskandals,

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Adele Sandrocks herrlicher Baß,

ein dämlicher Kabinettserlaß;
wenn mit Recht ein Verleger Pleite gemacht,
wenn ein Tisch sich mit Literaten zerkracht –
dann tat eine innere Stimme befehlen:

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     Das mußt du gleich S. J. erzählen!


Dahin.
 Jetzt sitz ich ganz allein.
Keinen hör ich vor Beifall schrein;
hör nie mehr das schmetternde Gelach,

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nie mehr die Herzensfreude mit Krach …

Doch dreimal am Tage, wenn was passiert,
wenn die Filmzensur sich selbst parodiert;
wenn Deutschland mit Polen zusammenschliddert,
wenn ein Parteivorstand um die Ämter zittert –:

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dann denk ich: Das darf er nicht verfehlen –

     das mußt du gleich S. J. erzählen!

Das machen wir noch so dreißig Jahr.
Dann ist alles nicht mehr wahr.
Dann pflanzen sie uns mit Chorälen ein,

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wir liegen still und ziemlich allein …
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und die Seele steigt aus dem engen Verließ
mit der Pressekarte ins Paradies.
     Dann will ich ihn wiedersehn.
     Und alles, was bis dahin geschehn:

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     deine Arbeit und meine Malheure,

     den letzten Radau der Regisseure,
     eure Treue und unsre Mühn
     und die besten Witze aus ganz Berlin,
     Manna für die unsterblichen Seelen –:

35
 Das will ich dann alles S. J. erzählen.