Frühling (unbekannt)

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Textdaten
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Autor: unbekannt
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Titel: Frühling
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 345
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Commons = Google-USA*
Kurzbeschreibung:
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Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu
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[345]

Frühling.

Frau Mutter Erde ist schwer zu wecken,
Drei Monde liegt sie im Federbett
Und hüllt sich bequem in schneeige Decken,
Als wenn sie nichts zu sorgen hätt’.

5
Da springt Fräulein Sonne, die treulich versehen

Die ganze Wirthschaft, eifrig heran:
Madam, ich bitte aufzustehen,
Besuch ist da, der Frühling klopft an.

Und Mütterchen gähnt mit schläfriger Miene:

10
O weh! muss es denn wirklich sein?

So bring mir mein Kleid, du weisst schon, das grüne,
Das mit den Blumenstickerei’n.

Kämm’ aus dem Haar mir die welken Blüten,
Und streu mir Perlen ein von Thau,

15
Gieb um den Hals ein goldenes Kettchen

Und an den Gürtel ein Veilchen blau.

Dann führe den Gast ins feinste Zimmer
Und knix’ und sage voll Höflichkeit:
Ich bitt schön, setzen Sie sich immer,

20
Die gnädige Frau sind gleich so weit!