Freiburg’s Rettung

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Eduard Brauer
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Freiburg’s Rettung
Untertitel:
aus: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau, S. 30-40
Herausgeber: Heinrich Schreiber
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1867
Verlag: Franz Xaver Wrangler
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Freiburg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: UB Freiburg und Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[39]
24. Freiburg’s Rettung.

(Bei der französischen Belagerung der Stadt i. J. 1713 hatte die kaiserlich-österreichische Besatzung dieselbe bereits aufgegeben und sich eiligst in die Schlösser zurückgezogen. Da nun der Sturm jeden Augenblick erwartet wurde, so herrschte unter der Bürgerschaft grenzenlose Verwirrung. Nur ein emsiger Mann, Stadtschreiber Dr. Franz Ferdinand Mayer, verlor seine Besinnung nicht. Mitten unter feindlichem Kugelregen brachte er eine weiße Fahne auf die Mauer, in der schon eine Bresche geöffnet war, unterhandelte mit dem feindlichen Feldherrn, Marschall Villars, und rettete auf solche Weise Freiburg. Nach Beendigung des Feldzuges erhob ihn der Kaiser, als Freiherrn von Fahnenberg, in den Adelstand. Geschichte der Stadt. Thl. IV. S. 257 ff.)


O Freiburg, Freiburg welch’ Geschick
Beschied dir das Verhängniß!
Hart sitzt der Feind dir im Genick,
Dein Herz ist wund und trüb dein Blick

5
Von Kummer und Bedrängniß.


Dein Hoffen war ein leer Phantom,
Die Kaiseradler weichen,
Zum Münster flieht dein Volk im Strom,
Umsonst, bald sinkt auch Konrad’s Dom,

10
Ein Berg von Schutt und Leichen.


Schon tönt ein Knall wie Donnerhall;
Vom Grimm der Sturmkarthaunen
Brach deiner Mauern stolzer Wall,
Und rachelaut ob ihrem Fall

15
Aufjauchzen die Posaunen.


Wer weiß noch Hilfe? Schrecken schlug
Des Raths und Adels Glieder;
Der Mayer war ein Doctor klug,
Der’s Herz am rechten Flecke trug

20
Ihn schlug der Schreck nicht nieder.
[40]

Es ist nicht Täuschung, was du schaust,
Er schwingt sich auf die Mauer,
Und wiegt, von Kugelsaat umsaust,
Die Friedensfahn in starker Faust,

25
Ein Fels im Hagelschauer.


Er stürzt sich durch der Franken Schaar,
Das weiße Banner hebend,
Und stellt sich kühn, ob bittend zwar,
Dem tiefergrimmten Feldherrn dar,

30
Sich selbst zum Opfer gebend.


Er fleht beredt mit edler Gluth
Für Freiburg um Befreiung;
Der Marschall Villars hört’s voll Wuth,
Sein Auge kündet Brand und Blut,

35
Statt Mitleid und Verzeihung.


Doch Gott verleiht dem Schwachen Macht,
Und läßt sein Flehen siegen.
Dein Engel, Freiburg, hat gewacht,
Erlösung folgt der Todesnacht

40
Und Friede blut’gen Kriegen.


Der Kaiser spricht: „Mein Doctor gut,
Die Nachwelt soll dich kennen,
Vor Junkerblut geht Rittermuth,
So nimm den Helm zum Doctorhut,

45
Sollst Fahnenberg dich nennen.“
(Ed. Brauer.)