Geschichte von Kloster Heilsbronn/Siedelbach

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[362]
58. Siedelbach,

Weiler bei Markterlbach. In einem Schenkungsbriefe aus der Zeit des 10. Abts Otto heißt es: „Ich Heitvolkus übergebe mit Zustimmung meiner Ehefrau Guta den Brüdern in Halsprunn zu ihrem Unterhalt, zu einem Gottesdienst am Tage Simon und Judas (28. Okt.) und zur Feier meines dereinstigen Jahrtages, aus Verehrung der Jungfrau und zur Vergebung meiner Sünden, 6 Sra. Korn etc. von einem Prädium in Siedelbach, behalte mir jedoch den lebenslänglichen Genuß vor. Sterbe [363] ich dießseits der Berge, so sollen die Conventsbrüder mich nach Halsprunn verbringen und dort begraben. Sie sollen aber die Gefälle von dem Prädium erst nach dem Vollzug erhalten. Zur Bestätigung hat der Abt Otto sein Siegel an diesen Brief gehängt und ich das meinige. Zeugen: Heinrich von Seckendorf, Heinrich von Erlebach etc. 1254, Kal. Apr.“ Die Worte in der Urkunde[1] lauten: „Ubicunque jura carnis solvere me contigerit citra montes, me conventus teneatur sepeliendum ad suam ecclesiam deportare. Et si forte, quod absit, me sepeliri regulariter non valebunt, censum predii integraliter non percipient, nisi prius ecclesiastica sepultura mihi per ipsos fuerit impetrata.“ In den Todtenkalendern ist für Heitvolkus kein Jahrtag verzeichnet, auch keine Feier am Tage Simon-Judas; sonach ist der Testator wohl nicht dießseits der Alpen gestorben. Die heilsbronner Urkunden aus den Jahren 1251 bis 59 sprechen wiederholt von dem Schultheiß Heitvolkus von Nürnberg; aber keine gibt Aufschluß über die Lebensschicksale unseres Testators jenseits der Alpen oder über sein Verwandtschaftsverhältniß zu dem Nürnberger Schultheiß. Daß auch Andere in gleichem Sinne, wie unser Heitvolkus, testirt haben, werden wir unten sehen. Das Kloster erwarb in Siedelbach drei Anwesen, welche im 30jährigen Kriege einfielen und völlig verödeten.


  1. Vgl. Stillfried S[.] 186.