Graf Eberhards Weißdorn

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Textdaten
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Autor: Ludwig Uhland
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Titel: Graf Eberhards Weißdorn
Untertitel:
aus: Gedichte von Ludwig Uhland, Seite 263–264
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1815
Verlag: J. G. Cotta’sche Buchhandlung
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Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen
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Originalherkunft:
Quelle: MDZ München = Commons.
Kurzbeschreibung:
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[263]
Graf Eberhards Weißdorn.


Graf Eberhard im Bart
Vom Würtemberger Land,
Er kam auf frommer Fahrt
Zu Palästina’s Strand.

5
Daselbst er einsmals ritt

Durch einen frischen Wald.
Ein grünes Reis er schnitt
Von einem Weißdorn bald.

Er steckt’ es mit Bedacht

10
Auf seinen Eisenhut.

Er trug es in der Schlacht
Und über Meeres Flut.

Und als er war daheim,
Er’s in die Erde steckt,

15
Wo bald manch neuen Keim

Der milde Frühling weckt.

Der Graf, getreu und gut,
Besucht’ es jedes Jahr,
Erfreute dran den Muth,

20
Wie es gewachsen war.
[264]

Der Herr war alt und laß,
Das Reislein war ein Baum,
Darunter oftmals saß
Der Greis in tiefem Traum.

25
Die Wölbung, hoch und breit,

Mit sanftem Rauschen mahnt
Ihn an die alte Zeit
Und an das ferne Land.