Gretchens Freude (Uhland)

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Textdaten
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Autor: Ludwig Uhland
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Titel: Gretchens Freude
Untertitel:
aus: Gedichte von Ludwig Uhland, Seite 169–170
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1815
Verlag: J. G. Cotta’sche Buchhandlung
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Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen
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Originalherkunft:
Quelle: MDZ München = Commons.
Kurzbeschreibung:
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[169]
Gretchens Freude.


Was soll doch dies Trommeten seyn?
Was deutet dies Geschrei?
Will treten an das Fensterlein,
Ich ahne, was es sey.

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Da kehrt er ja, da kehrt er schon

Vom festlichen Turnei,
Der ritterliche Königssohn,
Mein Buhle wundertreu.

Wie steigt das Roß und schwebt daher!

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Wie trutzlich sitzt der Mann!

Fürwahr! man dächt’ es nimmermehr,
Wie sanft er spielen kann.

Wie schimmert so der Helm von Gold,
Des Ritterspieles Dank!

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Ach! drunter glühn vor Allem hold

Die Augen, blau und blank.

Wohl starrt um ihn des Panzers Erz,
Der Rittermantel rauscht:
Doch drunter schlägt ein mildes Herz,

20
Das Lieb’ um Liebe tauscht.
[170]

Die Rechte läßt den Gruß ergehn,
Sein Helmgefieder wankt;
Da neigen sich die Damen schön,
Des Volkes Jubel dankt.

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Was jubelt ihr und neigt euch so?

Der schöne Gruß ist mein.
Viel Dank, mein Lieb! ich bin so froh,
Gewiß ich bring’ dir’s ein.

Nun zieht er in des Vaters Schloß

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Und knieet vor ihm hin,

Und schnallt den goldnen Helm sich los
Und reicht dem König ihn.

Dann Abends eilt zu Liebchens Thür
Sein leiser, loser Schritt;

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Da bringt er frische Küsse mir

Und neue Liebe mit.