Großmütterchen

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Großmütterchen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 6, S. 100
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1895
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite



500px

Großmütterchen
Nach einer Photographie von B. Erdmann in Mainz gezeichnet von Ch. Eckstein


[100] Großmütterchen. (Zu dem Bilde S. 85.) Wahrhaftig, in jedem Kinde steckt ein kleiner Schauspieler! Wer, der öfter Gelegenheit hat, mit Kindern zu verkehren, wäre nicht schon durch eine ähnliche Scene überrascht worden, wie sie unser dem Leben direkt entnommenes Bildchen bietet. Die Ueberraschung ist oft keineswegs angenehm. Betroffen sieht das Auge der wirklichen Großmutter, die da ihr geliebtes jüngstes Enkelkind beim „Großmütterchenspielen“ überrascht, mit welcher scharfen Beobachtung der kleine Thunichtgut die ernsten Züge ihres Gesichts studiert haben muß, um unter ihrer Haube und mit der viel zu großen Brille auf dem Näschen die ganz respektwidrige Rolle so treffend durchzuführen. Und dort die ältere Schwester, die der Kleinen mit gutem Beispiel vorangehen sollte, sieht sie mit der breiten Spitzenhaube der Mutter und dem Strickstrumpf in der einen Hand, während die andere nachdenklich das Kinn stützt, nicht wirklich aus wie ihre stattliche Mama im letzten Viertel einer „Kaffeevisite“? Ein trüber Schleier legt sich für einen Moment über die Augen der alten Frau. Sind das ihre Herzblättchen, die treuherzigen harmlosen Mädel, die den Sonnenschein ihres Alters bilden? Verspotten wohl gar Mutter und Großmutter mit ihrer Schauspielerei? „Kinder!“ ruft sie streng. - Doch diese wenden sich um, hüpfen auf sie zu, treuherzig und harmlos wie immer, ohne eine Ahnung, daß ihr liebes einziges Großmütterchen in ihrem fröhlichen Mummenschanz etwas anderes finden könnte als einen herrlichen Spaß. Und sie erkennt ihren Irrtum und lacht mit ihnen.