Hände (Březina)/Wir beben vor der Macht des Willens

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aus: Hände (Březina)
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Anmerkung: Origninaltitel: Chvíme se nad mocí vůle
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Wir beben vor der Macht des Willens ...

In Sternen des Lächelns, mit hypnotisierendem Starrblick,
In Schleiern der Blitze, der Kraft, auch in Lethargien, wenn wir träumen,
Schlummert unser Bild in allgegenwärtigen Vibrationen des andern Lichtes,
In tausend Seelen, denen wir in diesem Leben begegnet.

5
Und jede Sekunde, wo in der Ferne, huscht’s auf im Phantome,

Auf Wegen innerer Stille, über dem Schneestrich der Gaue der Brüder,
In Höhlen betäubenden Dunstes und im Unterbewußtsein
Und in der Träume warnenden, niemals begriffenen Allegorien.

Unser Antlitz schmäler geworden, nach der Geburt und der Erblichkeit Malen

10
Modelliert vom Tode, wie in nervöser Berührung des Meißels,

Und wieder geistig, rieselnd Mondlicht aus zartem Gewölke,
In den hauchbetauten Spiegel in silbernen Linien verweht,

Aus Wogen unserer Stimme auftauchend, von ihrer Bewegung erregt,
Aus bitterem Qualm erwachsend über der blutigen Kohle uralten Wortes

15
In Extasen der Liebe wie die stille Sonne in die Unendlichkeit erhoben,

Über der Erde, der reinen und strahlenden, wie der diamantene Garten des Winters ...

O Strenger, der du über alle Räume, über der Zeitalter Stürme,
Den Augen der Seele, die wachen von Äonen zu Äonen, belassen die Herrschaft!
Wir beben vor der Macht unseres Willens, der in dieses Lebens Verwünschung

20
Uns geblieben als fürstliche Erbschaft beim geheimnisvollen Sturze ...
[46]

Tausend süße auch giftige Atemzüge leben auf in unserem Atem,
Zu tausend Toden und Festen rufen für die Ewigkeit gegossene Glocken:
Und die Woge, die wir berührt, ergießt sich durch alle Welten
Schädigend oder heilend in der Verwandtschaft Millionen von Brüdern.

25
Heilige unser Phantom! Und dort, wo’s Erschlaffung bringt in dem Kampfe,

Und Verwirrung der Schlachtreih’n am Tag der Entscheidung bedeck’ es mit dunkler Wolke!
Und dort, wo der mystische Feind sich hüllt in Mäntel des Lichtes,
Schärfe unserer Blicke Suggestion mit deiner Strahlen siegreichem Glänzen!

In den Qualen schwer Sterbender, in der Liebenden traulich Alleinsein,

30
Mag sich’s erheben, voll Zartheit lispelnd von aller Menschen Erlösung

Und die Städte umstrahlt an des Festes Vorabend zeig’ es mit geistiger Hand
Den Brüdern (o Sterne!) im Wahnsinn selbstmörderischer Mitternacht.